11 Nov

Das Forschungstelegramm

veröffentlicht 11. November 2016 abgelegt unter Aktuell, Wissenschaftliche Kolumne

von Klaus Harnack

Geforscht wird immer: Auch wenn Konflikte und ihre Bearbeitung schon seit Menschengedenken von großer Bedeutung sind, ist längst noch nicht alles über dieses Thema gesagt. Unser Forschungstelegramm gibt Ihnen einen Überblick über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnissen und Studien rund um die Problematik der Konfliktlösung.

Die richtige Entschuldigung

Was sind die Zutaten einer wirksamen Entschuldigung? Mit dieser Frage beschäftigen sich seit vielen Jahren Konfliktforscher weltweit. In einer kürzlich im Fachblatt Negotiation and Conflict Management Research (2016) veröffentlichten Studie untersuchte das Forschertrio Roy Lewicki, Beth Polin und Robert Lount die Struktur von erfolgreichen Entschuldigungen. Sechs wesentliche Grundzutaten von Entschuldigungen und deren Kombinationen wurden hierfür genauer unter die Lupe genommen: der Ausdruck des Bedauerns, die Erklärung, warum die Beleidigung geschah, eine Anerkennung der Verantwortung, die Feststellung von Reue, ein Angebot der Wiedergutmachung und der Wunsch nach Vergebung.

Die Ergebnisse der Studie konnten zeigen, dass nicht alle Formen der Entschuldigung gleich wirksam sind. Tendenziell scheinen Entschuldigungen mit mehr Komponenten wirksamer zu sein als solche mit nur einer oder wenigen.

Häppchenweise zum Verhandlungserfolg

Die Politologin Michaela Mattes hat mit ihrer im Journal of Conflict Resolution (2016) erschienenen Studie eine systematische Untersuchung angestellt, wie erfolgreich die Strategie einer stückweisen Verhandlung, das sogenannte Piecemealing, bei territorialen Konflikten ist. Diese Studie wagt sich damit auf ein sehr umstrittenes Feld der Verhandlungsforschung, da die Aussagen über die Wirksamkeit von „Piecemeal Dispute Resolution“, also die Lösung von Teilelementen eines Konflikts, in der Literatur stark auseinandergehen.

In dieser Studie wurden weltweite territoriale Konflikte von 1919 bis 2001 systematisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Piecemealing positiv mit einer späteren Gesamtlösung zusammenhängt. Auch wenn diese Ergebnisse für das Verfahren sprechen, konnte kein Zusammenhang zwischen bereits begonnenen Teilverhandlungen und einer Reduktion des parallel verlaufenden Konfliktgeschehens gezeigt werden. Die Autorin argumentiert zusammenfassend, dass Teilverhandlungen eine wichtige Signalfunktion für den Wiederaufbau von Vertrauen haben und die Vorteile einer beidseitigen friedlichen Verhandlungslösung hervorheben.

Das Ergänzungsprinzip

It takes two to tango. Aber entgegen der Erwartung mit unterschiedlichem tänzerischen Temperament! Bezogen auf Verhandlungsstile und im Hinblick auf integrative Verhandlungsergebnisse untersuchte die im Fachblatt Negotiation and Conflict Management Research (2015) publizierte Studie dieses Thema. Genauer: Was passiert, wenn jemand mit einer dominanten Verhandlungsstrategie auf jemanden trifft, der eher eine defensive und zurückhaltende Verhandlungsstrategie vertritt? […]

Den vollständigen sowie viele weitere interessante Artikel lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe “Schwarze Schafe – Außenseiter statt Querdenker?“.

 

 

Kategorien: Aktuell, Wissenschaftliche Kolumne

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