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    <updated>2026-04-29T14:18:05+02:00</updated>
    
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            <title type="text">Konflikte in großen Unternehmerfamilien</title>
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                  Die Nachfolgerfrage birgt eine der Hauptursachen von Konflikten in Unternehmerfamilien. Geht es doch um Macht, Geld und Liebe. Die Ansichten, wer letztlich das Unternehmen führen soll, gehen in Unternehmerfamilien oft weit auseinander.  
  Auch das Loslassen ihres Lebenswerkes ist ein großes Problem:   Ein schwerer Schritt, mit dem neben einer hohe Verantwortung auch die Angst vor dem eigenen Bedeutungsverlust verbunden ist.  
  Als besonders konflikthaft hebt Mark Binz den Aspekt hervor, wenn die Patriarchen ihren Kindern die persönliche und fachliche Reife, ein Unternehmen zu führen, nicht zutrauen oder sie sie (noch) nicht vorweisen können. Oder wenn die Nachfolgegeneration gar Respektlosigkeit gegenüber der Eltern- bzw. Gründergeneration an den Tag legt.  
  Der Jurist rät, bevor solche Konflikte eskalieren, einige mediative Maßnahmen zu ergreifen. Das sind: eine vorausschauende Familienverfassung, festgelegte Regeln zur Konfliktlösung, externe Aufsichtsräte oder Beiräte, die zwischen den streitenden Parteien vermitteln.  
  Ich bin sicher, dass auch ein Mediator oder eine Mediatorin in solchen Konflikten und noch besser schon im Vorfeld sehr gute Arbeit leisten kann, damit es erst gar nicht so weit kommt. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man eine eigene Streitkultur aufbaut: Man lernt, sich inhaltlich auseinanderzusetzen ohne sich persönlich zu verletzen.   
  Typische Familienkonflikte in großen deutschen Unternehmen  
  Adidas/ Puma  
 
  Die Brüder Adolf und Rudolf Dassler gründeten in 1920er Jahren eine Fabrik für Sportschuhe. Der Zweite Weltkrieg zerbrach das Unternehmen. Adolf Dassler wurde nur ein Jahr zur Wehrmacht eingezogen und konnte das Unternehmen weiter führen. Bruder Rudolf musste an die Front und wurde erst nach Kriegsende aus der amerikanischen Gefangenschaft entlassen. Während des Entnazifizierungsverfahrens kam zutage, dass Adolf Dassler während des Krieges auch Panzerabwehrwaffen hergestellt und dafür französische Zwangsarbeiter eingestellt hatte. Dies führte zu einem lebenslänglichen erbitterten Streit zwischen den beiden Brüdern. Rudolf gründete daraufhin mit Puma ein eigenes Unternehmen.  
 
  Dr. Oetker  
  Rudolf-August Oetker hat acht Erben aus drei Ehen. Die fünf älteren Geschwister hatten zuerst allein die Führung inne. Doch dann kamen die drei jüngeren und forderten – öffentlich und vehement – mehr Einfluss in der Geschäftsführung. Die Fusion der eigenen Schifffahrtslinie Hamburg Süd mit Hapag Lloyd scheiterte an ihrem Widerstand. 2016 fand man eine Kompromisslösung. Doch der Konflikt um die Teilung scheint noch nicht beigelegt.   
  Tönnies  
  Die Brüder Bernd und Clemens Tönnies bauten die Metzgerei ihrer Eltern in einen milliardenschweren Fleischkonzern um. Als Bernd starb, übernahm Clemens die Führung und das Unternehmen expandierte. Seinen beiden Neffen traute er eine Beteiligung an der Führung nicht zu, obwohl ihnen rechtlich die Mehrheit der Anteile zustand. Über einen Rechtsstreit erkämpfte ein Neffe die Beteiligung beider Neffen.  
  Bahlsen  
  Infolge eines wirtschafltichen Einbruchs Anfang der neunziger Jahre kam es zum Streit zwischen den Erben über die Art der Unternehmensführung. Es ging um Traditionsbewahrung oder Innovation. Das führte 1993 dazu, dass Cousin Herrmann, in der Funktion als leitender Geschäftsführer, abgefunden wurde. 1999 wurde das Unternehmen noch einmal unterteilt unter den drei verbliebenen Gesellschaftern und Geschwistern. Werner Michael Bahlsen übernahm das Süßwarengeschäft einschließlich des Namens Bahlsen, Lorenz Bahlsen das Salzgebäck- und Kartoffelchipsparte, Andrea die v.-Nordeck-Gruppe.  
 
  Darboven  
  Albert Darboven schenkte schon früh seinem Sohn die Mehrheit der Anteile seiner Hamburger Kaffeefirma. Als es 2009 zu Konflikten mit seinem Sohn kam, verließ der Vater das Unternehmen. Er widerrief dann jedoch die Schenkung und wurde wieder zum Mehrheitsgesellschafter. Bei der nun wieder anstehenden Nachfolgeregelung möchte Albert nicht seinen Sohn einsetzen, sondern Andreas Jacobs, einen Nachfolger der Jacobs-Kaffeedynastie, adoptieren. Sohn Arthur als leiblicher Sohn setzt alles daran, dies zu verhindern.   
 
  Berentzen  
  Hier war es der Konflikt zwischen Gesellschaftern, der das Ende des Familienunternehmens nach sich zog. Der Zukauf einer Kornbrennerei (Pabst &amp;amp; Richarz) wurde mit Anteilen an dem nun neu fusionierten Unternehmen finanziert. Die Zusammensetzung der Gesellschafter als altem und zugekauften Unternehmen brachte einen heftigen Dauerkonflikt mit sich, der 2008 erst mit dem Verkauf des Unternehmens endete.  
  Knorr-Bremse  
  Der Unternehmer Heinz-Herrmann Thiele hatte seinen beiden Kindern in den 90er Jahren mehr als die Hälfte der Anteile übertragen, doch mit dem Abgeben tat er sich schwer und behielt sich die Stimmenmehrheit vor. Vor der Berufung seines Sohnes Hendrik in den Vorstand gerieten Vater und Sohn in Streit. Der Sohn trat daraufhin nicht in das Unternehmen ein. Kürzlich gab er auch den Posten als Gesellschafter ab. Aktuell gehört das Unternehmen Vater und Tochter, sie ist aber nicht aktiv im Unternehmen tätig. Die Nachfolge bleibt also weiterhin ungeklärt.  
  Tchibo  
  Die fünf Geschwister Herz stritten jahrelang untereinander, da ihr Vater keine Nachfolgeregelung hinterließ. So führte zunächst der älteste Sohn Günter das Imperium, doch die drei jüngeren Brüder beobachteten sein Tun äußerst kritisch. 2001 kam es zum Eklat. Zusammen mit der Mutter entmachteten sie den ältesten Bruder. Der Zweitälteste übernahm die Führung. Günter und Schwester Daniela verkauften daraufhin 2003 ihre Firmenanteile und gründeten das Unternehmen Mayfair.  
  DuMont Mediengruppe  
  Auch bei DuMont Schauberg gab es 2010 einen heftigen Konflikt. Vater Alfred Neven DuMont beurlaubte Sohn Konstantin Neven DuMont für unbestimmte Zeit aus dem Vorstand des Unternehmens. Begründet wurde dies durch einen Blog, in dem Sohn Konstantin sich abträglich und geschäftsschädigend über das eigene Unternehmen geäußert haben sollte. Der Sohn bestritt diese Darstellung und führte unterschiedliche publizistische Grundsätze als Grund für sein Ausscheiden an. Er habe den massiven Ausbau des investigativen Journalismus gefordert, sich damit aber nicht durchsetzen können. Öffentlichkeitswirksam mahnte er die Auszahlung seiner Anteile von 7 Prozent am Unternehmen, die er wenige Jahre später einvernehmlich an die Eltern rückübertrug. Nach dem Tod des Vaters 2015 leitet die Schwester Isabella das Unternehmen. Der Familienfriede ist wieder hergestellt.  
  Weitere Beispiele von Familienkonflikten in den Unternehmen VW Aktiengesellschaft, Haribo, Aldi, Bankhaus Finck, Dussman und Voith finden Sie auf der Website:  https://www.capital.de/wirtschaft-politik/15-prominente-konflikte-in-deutschen-familienunternehmen   
   Quelle:  15 prominente Konflikte in deutschen Familienunternehmen. Interview mit Rechtsanwalt Mark Binz, in: Capital, von Capital-Redaktion, 20. November 2018   
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                            <updated>2019-08-27T00:00:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Weihnachtszeit – Partnerzeit?</title>
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                                            Weihnachten ist zwar ein Fest der Liebe. Es verheißt Friede auf Erden und im trauten Heim – und den Mitmenschen, den lieben Verwandten und Bekannten, ein Wohlgefallen.
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  Weihnachten ist zwar ein Fest der Liebe. Es verheißt Friede auf Erden und im trauten Heim – und den Mitmenschen, den lieben Verwandten und Bekannten, ein Wohlgefallen. Aber im Bett ist es zumeist stille Nacht. Weihnachten ist eher etwas für Besinnlichkeit als für Sinnlichkeit, eher familiär als zweisam, eher chaotisch als erotisch, eher hektisch als leidenschaftlich. Animositäten, seelische Verletzungen, Konflikte sind nicht ausgeschlossen.  
  
 © Tijana | Fotolia 
 
 Partnerbedingte Selbstmorde sind in der Weihnachtszeit selten, sie werden aufs kommende Jahr verschoben. Trennungen riskiert kaum einer, die brüchigen Partnerschaften brechen erst nach dem Fest auseinander. Kleinere Konflikte werden in der Vorweihnachtszeit gern geheilt oder beiseitegeschoben. Der Advent verheißt Harmonie. Der helle Glanz der Lichter überstrahlt das Dunkle in der Partnerbeziehung oder erleuchtet manchen und bringt Licht in die sexuelle Finsternis. Liebesspiel unterm Weihnachtsbaum ist keine Sünde. Aber leider lassen die großen und kleinen Pakete dafür oft keinen Platz. 
  Frust und Defizite  
 Die meisten Menschen sind zu Weihnachten hochsensibel und überempfindlich. Die kleinste Verletzung – und schon bricht Trauer über Defizite auf, auch über Defizite in der Partnerschaft, über ungelebte Gefühle, über unerfüllte Wünsche. Aus feierlicher Stimmung wird dann Verstimmung, und manche fröhliche Stimme verstummt. Partnerfrust am Morgen nach der Bescherung. 
 Gerade zu Weihnachten werden Nähe und Wärme gesucht. Nicht alle haben oder finden sie. Das Innerste ist aufgewühlt, aber manchen scheint die Hoffnung auf Erwiderung gering. Dann suchen sie Ersatz, etwa in der Warenwelt, auf dem Markt des Vielen, im Kerzenlicht. Und manchmal auch im Rotlicht. Dort herrscht mittags vor Weihnachten Hochbetrieb. 
  Ausscheren und Flüchten  
 Andere wiederum drücken keinen, sondern drücken sich vor allem und allen, insbesondere aber vor Gefühlen, vor jeglichen Ritualen und davor, dass nach Weihnachten ein Kaufrausch ausgeschlafen werden muss. Nur ja keine nostalgischen Erinnerungen, keine Sentimentalitäten, keine falsche Träne und kein falscher Ton. Der ginge zu sehr ans Gemüt. 
 Ordnung durch Rituale und Plan 
 Ein anderer Partnerschaftstyp folgt den Ritualen und ist stolz und beruhigt, wenn alles so gelingt, wie es sich gehört, wie es seine Ordnung hat. Die Grundlage für das weihnachtliche Gelingen ist der Plan, das wissen die Weihnachtsweisen. Er strukturiert die Weihnachtszeit und schafft Fixpunkte. Wer sich beim Auspacken der Geschenke Zeit nimmt und daraus eine kleine, gemeinsame Kulturveranstaltung macht, hat mehr davon, als der, der nur für sich Geschenk um Geschenk auswickelt und sich nicht mit anderen freuen kann. 
  Sich freuen  
 Die meisten Menschen haben weder eine verbissene, noch eine verbiesterte, noch eine coole Einstellung zu Weihnachten. Sie freuen sich auf das Fest, aufs Essen, auf die Geschenke, auf den Lichterbaum und die Pyramide, auf Spiele und Gespräche, auf Lachen und Singen, auf das gute Glas Wein und das schöne Miteinander – und ein bisschen auch darauf, dass alles glücklich vorbeigeht. 
  Mehrgenerationenweihnacht  
 Eigentlich gehören Weihnachten und der Weihnachtsmann den Kindern – sofern man welche hat und sofern sie nicht weit weg sind. Wer würde es übers Herz bringen, Weihnachten entgegen dem Kinderwunsch ausfallen zu lassen? Die Kinder wiederum brauchen zu Weihnachten wenigstens eine andere Generation: die Eltern, besser auch die Großeltern, später vielleicht schon die eigenen Kinder. Die Entscheidung, wer wann zu wem geht, ist manchmal nicht einfach. Goldene Regel: Ab einem bestimmten Alter der Kinder feiert die junge Familie im eigenen Heim den Weihnachtsabend, allein oder vielleicht mit den Eltern oder Großeltern. Aber wie man letztlich auch plant, es geht ja immer um etwas Positives, um Begrüßen, um Dasein, um Gestaltung; und wer Geschwister hat, der empfindet ihnen gegenüber gerade zu Weihnachten eine besondere Verbundenheit, sofern er sich schon immer mit ihnen verstanden hat. 
  Singleweihnacht  
 Der Single gerät vor Weihnachten in Panik. Wird er noch rechtzeitig einen oder gar den richtigen Partner finden? Zwischen Hoffnung und antizipierter Enttäuschung wird die letzte Chance gesucht und – weil es auch vielen anderen so geht – nicht selten auch gefunden. Weihnachtspartnerschaften sind besonders stabil. Das Ende der Adventszeit bedeutet dann das Ende der Singlezeit und einen partnerschaftlichen Neubeginn. Der erste gemeinsame Tannenbaum nadelt bald, aber die Liebe bleibt frisch. 
 Der Single, der keinen festen Partner will, und auch der, der ungewollt partnerlos ist, haben andere Sorgen. Weihnachten allein und einsam? Das wäre nicht auszuhalten. Also auf zu Freunden, Bekannten, Verwandten, zum Urenkel oder zur Uroma, die ist vielleicht die beste von allen. 
  Kein Entrinnen  
 Weihnachten ist unser am intensivsten empfundenes Fest – und das längste. Mindestens vier Wochen im Jahr ist Weihnachtszeit. Das macht bei einem 60-Jährigen fünf Lebensjahre aus, fünf Jahre Weihnachten. 
 Weihnachten hat keine Alternative, genauso wenig wie die Liebe. So wie wir kulturell geworden sind, brauchen wir Weihnachten und brauchen wir die Liebe. Sonst wären wir nichts. Wir wissen: Auch am Heiligen Abend wird geschossen, im Fernsehen und in der Realität. Aber wir neigen dazu, Weihnachten nicht zurückzuschießen. Wir möchten anderen eine Freude bereiten. Wir möchten glücklich sein, und wir möchten, dass der andere glücklich ist. Und vielleicht zurücklächelt. 
  Prof. Dr. habil. Kurt Starke  
 Soziologe, Sexualwissenschaftler und Partnerschaftsforscher. Er war Forschungsleiter am Zentralinstitut für Jugendforschung Leipzig und hat in großen empirischen Untersuchungen an die 70.000 Personen befragt. 
 
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            <title type="text">Tipps, um Konflikte an Weihnachten zu meiden</title>
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                                            Weihnachten ist für viele Menschen das Fest der Liebe, der Familie, des harmonischen Miteinanders. Alles soll an Weihnachten perfekt sein: Die Stimmung, der Weihnachtsbaum, das Essen und die Geschenke
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  Weihnachten ist für viele Menschen das Fest der Liebe, der Familie, des harmonischen Miteinanders. Alles soll an Weihnachten perfekt sein: Die Stimmung, der Weihnachtsbaum, das Essen und die Geschenke. Und alles, was sonst im Alltag zu kurz kommt, soll an Weihnachten gelingen: Alle gehen liebevoll miteinander um, erfreuen sich mit gelungenen Überraschungen, verbringen viel schöne Zeit miteinander. Erwartungen, die viel zu hoch und daher nur schwer zu erfüllen sind.  
  Auch der Ursprung des Festes war alles andere als perfekt: Wir feiern die Geburt eines kleinen Jungen, der an einem 24. Dezember in Bethlehem in einem Stall zwischen Ochs und Esel geboren wurde, da seine Eltern wegen einer Volkszählung unterwegs in ihre Geburtsstadt waren und keine Unterkunft fanden.  
  
 © Tijana | Fotolia 
 
  Wie können die Weihnachtstage für alle zu einem schönen entspannten Ereignis werden?  
  Perfektionismus  
  Sich vor allem vom eigenen Perfektionismus lösen: die Weihnachtstage einfacher gestalten, den Speiseplan weniger opulent gestalten, die Geschenkeflut eindämmen, sich von dem Stress befreien, am 24.12 in einer perfekt weihnachtlich dekorierten Wohnung zu feiern.  
  Das Weihnachtsessen  
  Wer schon einmal die Verantwortung für diese Aufgabe hatte, weiß, wie hoch der Stress ist, wenn der Rest der Familie erwartungsvoll einen Besuch in der Küche macht, um zu erfahren, wann es denn was zu essen gibt. Warum nicht einmal an Weihnachten gemeinsam kochen, oder jeder bringt etwas mit? So verteilt sich die Verantwortung und alle können ihren Anteil zu dem Essen beitragen. Gemeinsames Kochen stärkt zudem das Zusammengehörigkeitsgefühl und keiner muss mehr gelangweilt auf das Essen warten.   
  Konflikte   
  Familien verbringen an Weihnachten sehr viel Zeit miteinander – mehr als im ganzen Jahr. Meist kommen noch weitere Familienmitglieder angereist: Kinder, Geschwister, Eltern, die nicht (mehr) am Ort leben. Es liegt nahe, dass es auch zu längeren Gesprächen kommt, die – wenn bereits Konflikte zwischen einzelnen Familienmitgliedern schwelen – zu größeren Streitigkeiten führen können.   
  An Feiertagen haben die Menschen mehr Zeit, über ihr Leben, ihre (unerfüllten) Bedürfnisse und Wünsche nachzudenken. Länger unterschwellige Partnerschaftskonflikte brechen gern an den Feiertagen aus.   
  Weihnachten ist jedoch nicht die geeignete Zeit, um Konflikte zu lösen. Wer es das ganze Jahr hindurch nicht geschafft hat, dem wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht an Weihnachten gelingen. Aus Konflikten kann schnell ein offener Streit werden, der die Weihnachtsstimmung auch bei den anderen Familienmitgliedern trübt. Wenn irgend möglich ist, sollte man aus diesen Diskussionen aussteigen, nicht auf sein Recht bestehen, das Thema vertragen und über die Möglichkeiten einer Mediation sprechen.  
  Nähe  
  Das ungewohnte Zusammensein kann Gefühle wie Bedrängung oder Stress hervorrufen. Nicht jeder kommt mit so viel Nähe und verschiedenen Persönlichkeiten auf engen Raum aus. Ruhepausen, Spaziergänge, ein Mittagsschlaf oder ein Besuch bei Freunden sollten jedem Familienmitglied zugestanden werden.  
  Der eigenen Rolle bewusst sein  
  Wer an Weihnachten „heimfährt“ läuft Gefahr, in alte Rollen zu verfallen. Man wird wieder zum Kind, selbst wenn man bereits selbst Eltern ist. Die anderen Rollen: der besserwisserische Vater, die beschwichtigende Mutter, die nervenden Geschwister – alles wie früher. Was ist die Alternative? Aussteigen, sein, wer man ist: Erwachsen und selbstverantwortlich. Und wenn es gar nicht geht? Vielleicht mal etwas Neues ausprobieren, mit Freunden feiern oder wegfahren: in die Berge, in die Sonne, in eine andere Kultur? Und warum seine erwachsenen Kinder nicht mal alleine feiern lassen und stattdessen selbst mit Freunden feiern?  
  Weihnachtsrituale  
  Weihnachtsrituale beibehalten, nur weil sie eine (vergangene) heile Kinder-Welt symbolisieren? Oft passen sie nicht mehr zur Gegenwart. Missverständnisse entstehen vor allem dann, weil viele versuchen, vor allem die Erwartungen anderer zu erfüllen. Warum nicht einmal etwas völlig anderes ausprobieren?  
  Verantwortung für das Gelingen  
  Weihnachten ist ein Familienfest, die gesamte Familie ist verantwortlich für das Gelingen. Wichtig ist, alle Familienmitglieder in die Planung einzubeziehen, dass sie sagen können, was ihnen an diesen Tagen wichtig und dass sie Aufgaben für diese Tage übernehmen. So ist die Verantwortung auf alle Schultern verteilt und jeder trägt zum Gelingen bei.  
  Geschenke  
  Vor allem Kinder sind mit den vielen Geschenken an einem Abend häufig überfordert, ihre Erwartungshaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu und die Wertschätzung gegenüber den Geschenken nimmt ab. Auch die Schenkenden stehen oft unter großem Stress, für alle in der Familie das richtige Geschenk zu finden. Auch die zeitliche und finanzielle Belastung ist nicht zu unterschätzen. Ist es nicht schöner, statt Geschenken, einfach gemeinsam Zeit zu verbringen?  
 
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            <title type="text">Das sind deine Rechte! Ein „Rechtshandbuch“ für Kinder</title>
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                                            Dieses reich illustrierte und kreativ gestaltete Buch ist für Kinder ab 8 Jahren geschrieben. Entlang der 10 Grundrechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention aufgeführt sind
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  Dieses reich illustrierte und kreativ gestaltete Buch ist für Kinder ab 8 Jahren geschrieben. Entlang der 10 Grundrechte, die in der  UN-Kinderrechtskonvention  aufgeführt sind, beantwortet es Fragen zu Themen wie Gleichheit, Bildung, Gesundheit, Behinderung, Mitbestimmung, Mobbing, Flucht oder Trennung der Eltern: Muss ich zu Hause mithelfen? Habe ich ein Recht auf ein eigenes Zimmer, auf Taschengeld? Was tue ich, wenn mir meine Rechte verwehrt werden?  
     Worum es in diesem Buch geht, beschreibt schon die Einleitung sehr eindrücklich: „Du hast die gleichen Rechte wie alle anderen Kinder auch. Es darf keine Rolle spielen, aus welchem Land du stammst, welche Hautfarbe du hast, welchem Glauben du angehörst, ob du ein Mädchen oder ein Junge bist, zu einer Minderheit in deinem Land gehörst, ob du arm oder reich aufwächst oder eine Behinderung hast. In allen Ländern mit Kinderrechten gilt: Du hast dieselben Rechte wie alle Kinder! Trotzdem gibt es Unterschiede. Was man dagegen tun kann, erfährst du auf den nächsten Seiten.“  
  Erlebnisberichte von 26 Kindern geben dem Buch einen lebendigen und anschaulichen Charakter. Auch Fachleute kommen zu Wort: Unter anderem Therapeuten, eine Kinderanwältin, eine Inklusionsaktivistin oder ein Verhandlungsprofi. Übungen und Checklisten helfen, bestimmte Sachverhalte besser zu verstehen oder einzuordnen. Die jungen Leser finden Antworten, Vorschläge, Beispiele, Lösungen oder Anlaufstellen für ihre Fragen in leicht verständlicher Sprache.  
  Die Rechte, die den befragten Kindern am wichtigsten waren, sind Rechte, die sich mit Spiel und Freizeit, Kontakt zu beiden Eltern und Schutz vor Gewalt befassen.   
  Das Buch ist auch für Erwachsene sehr informativ. Es trägt sicher mit dazu bei, Dauerkonflikte in der Familie zum Beispiel um das Mithelfen im Haushalt, das Aufräumen, das Thema Taschengeld oder die Wahrung der Privatsphäre im eigenen Zimmer einer einvernehmlichen und für Kinder und für Eltern verständlichen Lösung zuzuführen.  
 „ Das sind deine Rechte!“ ist nicht nur ein sehr informatives kindgerechtes, sondern auch ein sehr liebevoll und kreativ gestaltetes Buch. Das fand auch die  Stiftung Buchkunst  und setzte es auf die Longlist der „Schönsten deutschen Bücher 2017“.  
  Quelle:   
  Leitzgen, Anke M. (2017): Das sind deine Rechte! Das Kinderrechte‐Buch. Weinheim: Beltz &amp;amp; Gelberg  
   http://www.beltz.de/de/nc/verlagsgruppe-beltz/gesamtprogramm.html?isbn=978-3-407-82178-2   
 
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            <title type="text">Im Streit ums Sorgerecht verlieren vor allem die Kinder</title>
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   Schnelle, außergerichtliche Lösungen können Kinder davor schützen, in hoch eskalierte Trennungskonflikte der Eltern hineigezogen zu werden.   
   Jürgen Rudolph, Anwalt und früher Familienrichter, schätzt, dass ca. 60 Prozent der Paare, die sich trennen, gemeinsam eine gute Lösung für ihre gemeinsamen Kinder finden, bei ca. 20 Prozent der Fälle hat ein Elternteil resigniert und bei etwa 20 Prozent kommt es zu “hochkonfliktträchtigen” Trennungen, die vor Gericht landen.    
   Interessant ist seine Einschätzung, dass der überwiegende Teil dieser Fälle überhaupt erst eskaliert, weil Behörden ihn haben eskalieren lassen. Es fehle an Insitutionen, die außergerichtlich als auch gerichtlich in der Lage sind, eine Einigung zwischen den Eltern herbeizuführen.   
 &amp;nbsp; 
  
 © Rido / fotolia.com 
 
   Eine Mediation wäre in solchen Fällen sehr hilfreich, doch ist eine Mediation nur möglich, wenn beide Eltern das wollen. Doch das sei nur äußerst selten der Fall. Und wenn die Fälle erst vor Gericht landen, dann ist es meist zu spät für eine gütliche Einigung, auch weil die Anwälte ihren Anteil zur Eskalation beitragen. Ihre juristische Ausbildung ist auf gewinnen oder verlieren ausgelegt. Und so listen sie strategisch in Ihren langen Schriftsätzen erst einmal die Defizite der Gegenseite auf, die dann entsprechend reagiert. Die Eskalationsspirale beginnt sich zu drehen…     
   Um die Kinder vor dieser Eskalation zu bewahren, plädiert Jürgen Rudolph für schnelle Interventionen und außergerichtliche Lösungen.  Mehr …      
   Aus: Berliner Morgenpost,     Autorin:   Antje Hildebrandt   19.08.2017, 03:01  
 &amp;nbsp; 
 
                ]]>
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            <title type="text">Rechtspopulismus in der Kita?</title>
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                                            Rechtsextremismus und rechtspolitische Tendenzen werden auch schon in Kindergärten und Kitas festgestellt.
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                  Rechtsextremismus und rechtspolitische Tendenzen werden auch schon in Kindergärten und Kitas festgestellt. Was tun, wenn ein Kind in der Kita Hakenkreuze malt oder Eltern nicht wünschen, dass ihr Kind Umgang mit dunkelhäutigen Kindern hat? Einen angemessenen Umgang mit rechtsextremen Tendenzen in Kindergärten zu finden, das beschäftigte auch das Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, das  am 31. August 2017  gemeinsam mit dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung, dem Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung Rheinland-Pfalz und dem Institut für Forschung und Weiterbildung der Hochschule Koblenz diese Fachtagung organisierte.  
  Thema: Umgang mit Rassismus und Diskriminierung.   
  Rund 100 Fach- und Leitungskräfte aus Kindertagesstätten, Fachberatungen und Trägervertretungen informierten sich auf dem RheinMoselCampus der Hochschule Koblenz über Rechtspopulismus, Rassismus und Diskriminierung in Kindertagesstätten, über deren Ursachen und Motive und über Möglichkeiten, dem zu entgegnen.  
  Die Vorträge beschäftigten sich mit der Frage: Warum denken und handeln Menschen rassistisch? oder dem Thema Demokratieerziehung und Menschenrechtsbildung. In dieser Hinsicht würde in Kitas bereits einiges getan und mit guten Erfolgen: In Kinderkonferenzen oder beim Aufstellen von Gruppenregeln zum Beispiel würden Kinder lernen, ihre Meinungen auszutauschen und so zu gemeinsamen Entscheidung kommen.  
  Die einzelnen Beiträge beleuchteten Rassismus und Rechtspopulismus aus verschiedenen Perspektiven und machten deutlich, dass sich Rassismus oft niedrigschwellig in bestimmten Redewendungen den Weg bahnt, man sehr achtsam im alltäglichen Leben damit umgehen und ein gutes Gespühr dafür entwickeln sollte.  
  Die wissenschaftliche Perspektive richtete sich auf die Geschichtsforschung, die wie keine andere Disziplin weiß, wie sehr Populismus und in seiner Folge Rassismus eine Gesellschaft ins Verderben bringen kann. Hochschulen haben dabei eine besondere Verantwortung, sich in Forschung und Lehre mit Vehemenz dagegen zu stellen.   
  In den Workshops wurden die Themen: Rassismuskritik, Erziehungspartnerschaft mit schwierigen Eltern, persönliche Einstellung und professionelle Haltung von Erzieherinnen und Erziehern, rechte Musik und rechte Szene, die Verantwortung und Positionierung von Trägern und gelungene Konzepte von Integrationsarbeit behandelt.   
  Die AfD interessierte sich in eigener Sache für die Tagung    
  Im Vorfeld hatte sich die AfD kritisch über diese Veranstaltung geäußert und die Teilnahme von zwei&amp;nbsp;AfD-Abgeordneten angekündigt. Der Vorwurf eines der Abgeordneten war, dass auf der Fachtagung Begriffe wie Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rassismus wild durcheinander geworfen würden.Und wörtlich heißt es auf der Internetseite der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz: „ Weil die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium stattfindet, wollen wir durch unsere Anwesenheit in Erfahrung bringen, inwieweit in dieser Fachtagung Hetze gegen die AfD und andere politisch nicht ‚korrekte‘ Gruppierungen betrieben wird. Wir werden es jedenfalls nicht hinnehmen, dass schon die Kindergartenkinder einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Dass Eltern unter Generalverdacht gestellt werden und Kinder politisch korrekt umerzogen werden sollen, ist nicht hinnehmbar und sogar verfassungswidrig .“ so Michael Frisch, familienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz.  
   Mehr zur Tagung   
  siehe auch die  Website von www.news4teachers.de   
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                            <updated>2019-07-29T00:00:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Weihnachtszeit – Partnerzeit?</title>
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                                            Weihnachten ist zwar ein Fest der Liebe. Es verheißt Friede auf Erden und im trauten Heim – und den Mitmenschen, den lieben Verwandten und Bekannten, ein Wohlgefallen.
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                 Weihnachten ist zwar ein Fest der Liebe. Es verheißt Friede auf Erden und im trauten Heim – und den Mitmenschen, den lieben Verwandten und Bekannten, ein Wohlgefallen. Aber im Bett ist es zumeist stille Nacht. Weihnachten ist eher etwas für Besinnlichkeit als für Sinnlichkeit, eher familiär als zweisam, eher chaotisch als erotisch, eher hektisch als leidenschaftlich. Animositäten, seelische Verletzungen, Konflikte sind nicht ausgeschlossen. 
  
 © pvstory / fotolia.com 
 
 Partnerbedingte Selbstmorde sind in der Weihnachtszeit selten, sie werden aufs kommende Jahr verschoben. Trennungen riskiert kaum einer, die brüchigen Partnerschaften brechen erst nach dem Fest auseinander. Kleinere Konflikte werden in der Vorweihnachtszeit gern geheilt oder beiseitegeschoben. Der Advent verheißt Harmonie. Der helle Glanz der Lichter überstrahlt das Dunkle in der Partnerbeziehung oder erleuchtet manchen und bringt Licht in die sexuelle Finsternis. Liebesspiel unterm Weihnachtsbaum ist keine Sünde. Aber leider lassen die großen und kleinen Pakete dafür oft keinen Platz. 
 Frust und Defizite 
 Die meisten Menschen sind zu Weihnachten hochsensibel und überempfindlich. Die kleinste Verletzung – und schon bricht Trauer über Defizite auf, auch über Defizite in der Partnerschaft, über ungelebte Gefühle, über unerfüllte Wünsche. Aus feierlicher Stimmung wird dann Verstimmung, und manche fröhliche Stimme verstummt. Partnerfrust am Morgen nach der Bescherung. 
 Gerade zu Weihnachten werden Nähe und Wärme gesucht. Nicht alle haben oder finden sie. Das Innerste ist aufgewühlt, aber manchen scheint die Hoffnung auf Erwiderung gering. Dann suchen sie Ersatz, etwa in der Warenwelt, auf dem Markt des Vielen, im Kerzenlicht. Und manchmal auch im Rotlicht. Dort herrscht mittags vor Weihnachten Hochbetrieb. 
 Ausscheren und Flüchten 
 Andere wiederum drücken keinen, sondern drücken sich vor allem und allen, insbesondere aber vor Gefühlen, vor jeglichen Ritualen und davor, dass nach Weihnachten ein Kaufrausch ausgeschlafen werden muss. Nur ja keine nostalgischen Erinnerungen, keine Sentimentalitäten, keine falsche Träne und kein falscher Ton. Der ginge zu sehr ans Gemüt. 
 Ordnung durch Rituale und Plan 
 Ein anderer Partnerschaftstyp folgt den Ritualen und ist stolz und beruhigt, wenn alles so gelingt, wie es sich gehört, wie es seine Ordnung hat. Die Grundlage für das weihnachtliche Gelingen ist der Plan, das wissen die Weihnachtsweisen. Er strukturiert die Weihnachtszeit und schafft Fixpunkte. Wer sich beim Auspacken der Geschenke Zeit nimmt und daraus eine kleine, gemeinsame Kulturveranstaltung macht, hat mehr davon, als der, der nur für sich Geschenk um Geschenk auswickelt und sich nicht mit anderen freuen kann. 
 Sich freuen 
 Die meisten Menschen haben weder eine verbissene, noch eine verbiesterte, noch eine coole Einstellung zu Weihnachten. Sie freuen sich auf das Fest, aufs Essen, auf die Geschenke, auf den Lichterbaum und die Pyramide, auf Spiele und Gespräche, auf Lachen und Singen, auf das gute Glas Wein und das schöne Miteinander – und ein bisschen auch darauf, dass alles glücklich vorbeigeht. 
 Mehrgenerationenweihnacht 
 Eigentlich gehören Weihnachten und der Weihnachtsmann den Kindern – sofern man welche hat und sofern sie nicht weit weg sind. Wer würde es übers Herz bringen, Weihnachten entgegen dem Kinderwunsch ausfallen zu lassen? Die Kinder wiederum brauchen zu Weihnachten wenigstens eine andere Generation: die Eltern, besser auch die Großeltern, später vielleicht schon die eigenen Kinder. Die Entscheidung, wer wann zu wem geht, ist manchmal nicht einfach. Goldene Regel: Ab einem bestimmten Alter der Kinder feiert die junge Familie im eigenen Heim den Weihnachtsabend, allein oder vielleicht mit den Eltern oder Großeltern. Aber wie man letztlich auch plant, es geht ja immer um etwas Positives, um Begrüßen, um Dasein, um Gestaltung; und wer Geschwister hat, der empfindet ihnen gegenüber gerade zu Weihnachten eine besondere Verbundenheit, sofern er sich schon immer mit ihnen verstanden hat. 
 Singleweihnacht 
 Der Single gerät vor Weihnachten in Panik. Wird er noch rechtzeitig einen oder gar den richtigen Partner finden? Zwischen Hoffnung und antizipierter Enttäuschung wird die letzte Chance gesucht und – weil es auch vielen anderen so geht – nicht selten auch gefunden. Weihnachtspartnerschaften sind besonders stabil. Das Ende der Adventszeit bedeutet dann das Ende der Singlezeit und einen partnerschaftlichen Neubeginn. Der erste gemeinsame Tannenbaum nadelt bald, aber die Liebe bleibt frisch. 
 Der Single, der keinen festen Partner will, und auch der, der ungewollt partnerlos ist, haben andere Sorgen. Weihnachten allein und einsam? Das wäre nicht auszuhalten. Also auf zu Freunden, Bekannten, Verwandten, zum Urenkel oder zur Uroma, die ist vielleicht die beste von allen. 
 Kein Entrinnen 
 Weihnachten ist unser am intensivsten empfundenes Fest – und das längste. Mindestens vier Wochen im Jahr ist Weihnachtszeit. Das macht bei einem 60-Jährigen fünf Lebensjahre aus, fünf Jahre Weihnachten. 
 Weihnachten hat keine Alternative, genauso wenig wie die Liebe. So wie wir kulturell geworden sind, brauchen wir Weihnachten und brauchen wir die Liebe. Sonst wären wir nichts. Wir wissen: Auch am Heiligen Abend wird geschossen, im Fernsehen und in der Realität. Aber wir neigen dazu, Weihnachten nicht zurückzuschießen. Wir möchten anderen eine Freude bereiten. Wir möchten glücklich sein, und wir möchten, dass der andere glücklich ist. Und vielleicht zurücklächelt. 
 Über den Autor     
  Prof. Dr. habil. Kurt Starke   Soziologe, Sexualwissenschaftler und Partnerschaftsforscher. Er war Forschungsleiter am Zentralinstitut für Jugendforschung Leipzig und hat in großen empirischen Untersuchungen an die 70.000 Personen befragt 
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                            <updated>2019-07-24T00:00:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Kommunikation zwischen Ehepartnern – Empfehlungen für das Ehegespräch</title>
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                                            Eine Partnerschaft braucht Kommunikation, damit die Verbindung zwischen den beiden Liebenden aufrechterhalten und weiter vertieft wird.
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                 Eine Partnerschaft braucht Kommunikation, damit die Verbindung zwischen den beiden Liebenden aufrechterhalten und weiter vertieft wird. Durch Kommunikation können aber auch Missverständnisse, Kränkungen bis hin zu schwerwiegenden seelischen Verletzungen entstehen. Im folgenden Artikel wird beschrieben, worauf Paare bei der Kommunikation achten sollten, damit Gespräche zu gegenseitigem Verstehen führen und Konflikte gut gelöst werden können. 
  
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 Wenn ich die Paare, die zu mir in die Konfliktberatung kommen, danach frage, wie sie sich kennengelernt haben und was sie jeweils attraktiv am anderen fanden, dann sagen die meisten: „Mit ihm/ihr konnte ich so gut reden. Ihm/Ihr konnte ich alles sagen und wir waren uns sofort sehr nahe im Gespräch.“ Wie kommt es, dass zwei Menschen, die durch Kommunikation eine solche Verbindung herstellen konnten, ein paar Jahre später gerade bei der Kommunikation Trennendes erleben? 
 Meine Antwort: Es fehlt an echter Begegnung auf der Paar-Ebene. Es fehlt am „intimen Gespräch“, das heißt dem Gespräch über die eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche, Pläne, Enttäuschungen, Irritationen. Je mehr der Alltag das Paar in Beschlag nimmt, umso weniger bleibt Zeit für Gespräche, die unter dem Motto stehen: „Ich lasse dich wissen, wie es mir gerade mit dir geht.“ Was für frisch Verliebte wie selbstverständlich ist, gerät aus dem Blickfeld. Die Folge ist, dass man auf Interpretationen angewiesen ist, um sich auf das Verhalten des Partners einen Reim zu machen. Kränkungen, Verletzungen werden nicht mehr zum Thema gemacht – weil man ja sowieso zu wissen glaubt, was der andere sagen, wie er sich herausreden wird. Distanz schleicht sich ein, und das offene, intime Gespräch wird eher gemieden als in Gang gesetzt. 
 Ratschläge für die Liebesbeziehung 
 Wie kann das Paar wieder mit mehr Offenheit aneinander herantreten? 
 Zeit für Begegnung organisieren 
 Ungestörte gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen, gehört zur Pflege der Liebesbeziehung und nährt sie so, als würde man eine Pflanze gießen. Paare, die mit Beruf und Kindern in der Rushhour des Lebens stehen, sollten hierfür Verabredungen treffen und in den Kalender eintragen. Immer abwechselnd sorgt ein Partner wie ein guter Gastgeber für den schönen Rahmen und der andere bringt sich – wie ein guter Gast – schon im Voraus in eine positive Stimmung. 
 Verantwortung für den Ausgang des Gesprächs übernehmen 
 Das klingt selbstverständlich – ist es aber nicht. Eine solche Verantwortung übernehme ich, wenn ich mich in eine möglichst offene, wohlwollende Haltung dem anderen und mir selbst gegenüber bringe und wenn ich während des Gesprächs auf meine Gefühle achte und „Stop“ sage, sobald mich Ärger, Wut, Enttäuschung zu überschwemmen drohen. Ich übernehme damit Verantwortung dafür, dass das Gespräch nicht eskaliert und wir uns nicht gegenseitig kränken. Hat einer von beiden „Stop“ gesagt, ist an dieser Stelle das Gespräch beendet. Man geht auseinander, um sich wieder zu beruhigen, und kommt zeitnah auf Initiative desjenigen, der das Gespräch abgebrochen hat, wieder zusammen. 
 Gefühle und Bedürfnisse mitteilen, Verhalten erklären 
 Dies ist der erste Schritt zu einem „intimen Gespräch“. Ich teile mich dem anderen mit. Ich bin dabei auch bereit, mein Verhalten infrage zu stellen. Ich mache mich verstehbar. Dies geschieht am besten abwechselnd, ohne dass eine Diskussion daraus entsteht. Der andere hört nur zu, fragt eventuell nach. Oft ist es nicht einfach, über die eigenen (negativen) Gefühle zu reden, ohne den anderen, der sie ja meist ausgelöst hat, anzuklagen oder wenigstens verdeckt diese oder jene Nadelstiche anzubringen: „Ich habe mich geärgert, als du, wie üblich, zu spät nach Hause gekommen bist.“ Damit ‚lade ich den anderen dazu ein‘, sich zu verteidigen, und schon beginnt eine Diskussion. 
 Wenig konstruktiv sind auch Interpretationen wie: „Gestern hatte ich so Lust auf dich, aber du bist mir dauernd ausgewichen!“ Besser ist es zu sagen: „Gestern hatte ich so Lust auf Dich, aber mir kam es so vor, als ob du mir ausweichst, denn du hast dich weggedreht, als ich hinter dir stand und dich berühren wollte.“ 
 Kritik äußern 
 In einer Liebesbeziehung, noch dazu wenn wir Alltag miteinander leben, wird es immer wieder vorkommen, dass wir einander mit unserem Verhalten, unseren Angewohnheiten, unseren „Mödeli“, wie die Schweizer sagen, eine Zumutung sind. Kritik äußern ist zum einen notwendig, damit der Partner weiß, was mich an ihm aufregt. Zum anderen ist gerade in einer Liebesbeziehung nichts so heikel wie Kritik. Von dem Menschen, dem ich meine verletzlichsten Seiten zeige, möchte ich mich nicht kritisiert fühlen. Mit dieser Abwehr muss also derjenige rechnen, der eine kritische Bemerkung macht. 
 Wie kann es dennoch gut ausgehen? Oft hilft es, die Kritik anzukündigen: „Darf ich dir etwas Kritisches sagen?“ Dann kann sich der andere wappnen und fühlt sich nicht überrumpelt. Die Kritik sollte sich auf etwas Konkretes beziehen und zeitnah erfolgen. Nicht: „Du kaufst immer zu viel ein und dann vergammelt es im Kühlschrank!“, sondern: „Ich sehe gerade, dass die Wurst im Kühlschrank schlecht geworden ist. Es kommt mir so vor, dass du zu viel eingekauft hast.“ Damit nachvollziehbar ist, was mich eigentlich daran stört, kann ich hinzufügen: „Mir widerstrebt es so, Lebensmittel wegzuwerfen.“ Und schließlich sollte sich ein konkreter Wunsch anschließen: „Könntest du beim nächsten Mal bitte weniger Wurst einkaufen?“ 
 Gute Lösungen suchen 
 Nun können wir uns vorstellen, dass eine Einigung beim Thema ‚Wurst einkaufen‘ möglich ist. Bei anderen Konfliktthemen ist es oft schwieriger. Er deutet auf sein Smartphone: „Sollen wir für nächsten Sommer dieses Ferienhaus an der Ostsee buchen? Super günstig mit Frühbucherrabatt!“ Sie reagiert ärgerlich: „Woher soll ich denn jetzt schon wissen, was ich nächstes Jahr im Sommer machen will!“ Hier prallen zwei unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander: Er möchte gern lange im Voraus planen und Geld sparen. Sie möchte lieber spontan entscheiden und ist bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Diese Unterschiede münden schnell in einen handfesten Konflikt, wenn Abwertungen dazukommen. Wenn er also antworten würde: „Dir ist es wohl völlig egal, ob wir Geld sparen!“, und sie daraufhin: „Und du willst mich ständig dominieren und festlegen!“ 
 Die Kunst der Paarbeziehung ist es, unterschiedliche Bedürfnisse unbewertet gelten lassen zu können. Vielleicht kann man dabei auch entdecken, dass der Partner etwas vertritt, das einem selbst abhandengekommen ist. So könnte er erkennen, dass Spontaneität und Flexibilität für ihn Entwicklungs-Herausforderungen sind. Während sie erkennen könnte, dass ihre Entwicklungs-Herausforderungen langfristige Planung und Konsequenz sind. Dann ist der Schritt nicht mehr weit zu guten Lösungen. 
 Dies können Kompromisse sein (Wir planen zwar, aber erst Anfang des Jahres) oder auch die Vereinbarung „Mal so wie du willst und mal so wie ich will“ (einmal lässt sie sich auf seine Planung ein, ein andermal er sich auf ihre Spontaneität). Was auch immer gefunden wird, es sollten Lösungen sein, zu denen beide „Ja“ sagen können. Wenn sich dauerhaft nur einer durchsetzt oder dauerhaft nur einer seine Bedürfnisse zurückstellt, kommt die Beziehung in Schieflage. Das tut der Liebe nicht gut. Also ist es notwendig, die gefundene Lösung nach einiger Zeit noch einmal zu überprüfen, ob die Lösung für beide wirklich gut war. 
 Resümee 
 Diese konkreten Empfehlungen für die Kommunikation zwischen Lebenspartnern können natürlich variiert und dem eigenen Sprachgebrauch angepasst werden. Ein wenig künstlich wird es aber schon anfangs klingen. Man kann es sich wie Tanzen lernen vorstellen. Das holpert am Anfang auch ein wenig, wird dann aber immer geschmeidiger. Dabei wächst die Freude an der gemeinsamen Bewegung und mit der Freude aneinander wächst auch das Vertrauen, wächst auch die Liebe. 
 
 &amp;nbsp; 
 Über die Autorin 
   Bettina Jellouschek-Otto,  Jahrgang 1956, lebt und arbeitet als Paartherapeutin, Referentin und Coach in Ammerbuch bei Tübingen. Gemeinsam mit ihrem Mann, Dr. Hans Jellouschek, hat sie mehrere Sachbücher zu Paar-Themen veröffentlicht. Sie ist das zweite Mal verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. 
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                            <updated>2019-07-24T00:00:00+02:00</updated>
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            <title type="text">Mediation bei hochstrittigen Familienkonflikten</title>
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                                            Familien setzen sich aus einer Vielzahl von individuellen Persönlichkeiten zusammen – Konflikte lassen sich dabei kaum vermeiden.
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                 Familien setzen sich aus einer Vielzahl von individuellen Persönlichkeiten zusammen – Konflikte lassen sich dabei kaum vermeiden. Den meisten Familien gelingt es, diese konstruktiv zu lösen. Eine Ausnahme bilden allerdings hochstrittige Familienkonflikte. Diese stellen alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen und verlangen auch seitens des Mediators eine differenzierte und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasste Vorgehensweise. 
  
 © Rido / fotolia.com 
 
 Die gesetzlichen Bestimmungen des Familienrechts gehen – beispielsweise bei einer Trennung oder Scheidung – von streitenden Familien aus. Professionelle Helfer sollen Eltern in diesem Fall mithilfe von Beratung und Mediation darin unterstützen, einvernehmliche Lösungen in einem beschleunigten Verfahren zu erarbeiten. Mit dem Fokus auf die Sachebene soll der Mediator den streitenden Eltern dabei helfen, in bestimmten Prozessschritten eine Klärung des Konflikts zu erarbeiten. 
 Diese an sich gute und vernünftige Idee greift bei einer Vielzahl streitender Eltern; sie greift jedoch nicht bei Eltern, die sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen. 
  Merkmale hochstrittiger Familienkonflikte  
 Hochstrittige Familienkonflikte zeichnet eine veränderte Dynamik aus. Bei diesen Familien stehen die emotionalen Probleme deutlich im Vordergrund; elementare Formen der Kommunikation zwischen den Parteien gelingen nur begrenzt oder gar nicht. Dritte Personen, seien es private oder professionelle, werden massiv mit in die Streitigkeiten einbezogen, Vereinbarungen oder Urteile immer wieder aufgehoben und nicht beachtet. Die Neutralität des Mediators wird zunächst nicht akzeptiert (Dettenborn 2013). 
 Angesichts dieser Merkmale stellt sich die Frage, ob Mediation in diesen Fällen überhaupt möglich und sinnvoll ist. Diese Frage lässt sich folgendermaßen beantworten: nein, aber vielleicht doch/ja, aber vielleicht doch nicht. 
 Der Mediator muss in Fällen hochstrittiger Familien einerseits über psychologisches Hintergrundwissen verfügen, neue Eckpunkte als Orientierung in der Mediation setzen und gleichzeitig bereit sein, über seine professionellen und persönlichen Grenzen nachzudenken. Gegebenenfalls darf er die Mediation dann nicht annehmen oder muss sie beenden (Krabbe 2014). 
  Notwendige Umstellungen in der Mediationsarbeit  
 Bei hochstrittigen Konflikten ist es notwendig, dass der Mediator seinem „normalen“ Handwerkszeug folgende Instrumente hinzufügt: 
 1. Psychologisches Hintergrundwissen 
 Die Dynamik von hochstrittigen Parteien erfordert psychologisches Hintergrundwissen. Hochstrittige Familienmitglieder sind in eine Konfliktdynamik verstrickt, die es ihnen schwer macht, diese zu stoppen und zu beenden. Sie sind bisweilen in psychodynamischen Mechanismen stecken geblieben, die dafür sorgen, dass die Konflikte nicht gelöst werden, sondern erhalten bleiben. Bewusst wünschen sich alle Beteiligten, dass die Konflikte beendet werden, unbewusst sorgen Sie jedoch dafür, dass genau das Gegenteil geschieht. 
 Man könnte bei diesem Phänomen analog zum Krankheitsgewinn in der Psychotherapie von einem „Konfliktgewinn“ der Parteien sprechen. Diese Konflikterhaltungsmechanismen wirken dabei auf verschiedenen Ebenen: auf der intra-psychischen Ebene (innere Konflikte jeder Partei), auf der inter-psychischen Ebene (Konflikte zwischen den beiden Parteien) und auf der sozialen Ebene (Konflikte durch das soziale Umfeld). Erst wenn der Gewinn einer Lösung des Konflikts größer wird als der Gewinn einer Konflikterhaltung, kann eine Mediation mit diesen Parteien erfolgreich sein (Johnston 1991). 
 2. Aufbau einer Beziehung zu jeder Partei vor der Bearbeitung von Konfliktinhalten 
 So wie im Alltag oft die ersten Sekunden in der Begegnung entscheidend sind, so erweist sich der Beginn einer Mediation mit hochstrittigen Parteien als wesentlich für die Weichenstellung. Der Mediator sollte sich vom ersten Moment der Kontaktaufnahme mit jeder Seite dessen bewusst sein, dass die Art und Weise, wie er diese gestaltet, bereits die weitere Zusammenarbeit und Beziehung entscheidend beeinflussen kann. Eine respektvolle Beziehung auf Augenhöhe gilt auch in der Mediation als ein grundlegender, übergeordneter Wertfaktor, der mehr als einzelne isolierte Techniken und Methoden über den Erfolg einer solchen Mediation entscheidet. 
 3. Struktur herstellen 
 Oft sind instabile Personen, die ihre eigenen Emotionen nur unzureichend regulieren können, Teil von hochstrittigen Familien. Über das Kontakt- und Beziehungsangebot hinaus sollte der Mediator strukturiert vorgehen, indem er klare Vorgaben zu den Rollen der Beteiligten macht, den Ablauf des Verfahrens genauestens erläutert und praktiziert, jede neue Stufe sorgfältig erklärt sowie Gesprächs- und Verhaltensregeln mediiiert. 
 4. Neutralität herstellen 
 Die Neutralität des Mediators im Sinne einer Allparteilichkeit spielt bei Hocheskalation eine große, stabilisierende Rolle. Das ausgesprochene Schwarz-Weiß-Denken der Konfliktparteien zu Beginn der Mediation lässt den Gedanken einer Neutralität des Mediators noch nicht zu. Stattdessen versucht jede Seite, den Mediator für sich und gleichzeitig gegen die andere Seite einzunehmen. Nur langsam wird dem Mediator im Gespräch eine Neutralität zugestanden, wenn er für keine Seite Partei ergreift und stattdessen den Gesprächsprozess verfahrensgerecht gestaltet. Bisweilen zählen die Parteien zu Beginn der Mediation den Umfang der Sätze an jede Partei sowie die Länge ihrer Beiträge, um sicherzustellen, dass die andere Seite nicht bevorzugt wird. 
 5. Schweigepflicht 
 Die Schweigepflicht des Mediators ist bei hochstrittigen Parteien sein höchstes Gut. Die Parteien sind es gewohnt, Personen aus Ihrem Umfeld mit in das Konfliktgeschehen einzubeziehen, sie in alle Details einzuweihen. Dies trifft auch auf die professionellen Helfer zu. Umso wichtiger ist es, dass der Mediator auf seine absolute Verschwiegenheit achtet. Diese Verpflichtung betont der Mediator zu Beginn der Mediation gegenüber jeder Seite als erste vertrauensbildende Maßnahme. 
 6. Umgang mit der Freiwilligkeit 
 Hochstrittige Parteien kommen oft – zumindest subjektiv – unfreiwillig, widerwillig, angeordnet in die Mediation. Äußerlich mag formal eine Freiwilligkeit vorliegen, aber innerlich ist die Teilnahme für diese Parteien nicht freiwillig. Das Thematisieren der Unfreiwilligkeit durch den Mediator ist hilfreich, um den Umgang mit dieser Problematik besprechen und verhandeln zu können. Die Zusicherung des Mediators ist darauf gerichtet, dass er den Parteien helfen kann, übergeordnete Institutionen wie Jugendamt, Familiengericht oder Verfahrenspfleger aus dem Konflikt herauszuhalten, wenn eine einvernehmliche Regelung in der Mediation erarbeitet worden ist. 
 7. Erste kurzfristige und begrenzte Vereinbarungen zu Alltagsthemen 
 Der Mediator sollte in die umfangreiche Mediation zahlreiche kleine „Mini-Mediationen“ einbauen. Diese beziehen sich auf aktuelle Konfliktpunkte: die Zeiten der Kinder für das nächste Wochenende beim Vater, der ausstehende Geburtstag eines Kindes in diesem Jahr, die kommende Weihnachtsfeier, die diesjährigen Sommerferien, der Wechsel des Kindes zwischen beiden Eltern für die Zeit eines Monats. 
 Diese begrenzten Vereinbarungen stellen eine erste Stabilisierung für die Parteien in ihrem Alltag dar und lassen das Vertrauen der Parteien in die Mediation wachsen. Bisweilen besteht die Mediation mit hochstrittigen Parteien nur aus einer Vielzahl begrenzter kurzfristiger Vereinbarungen. Eine umfassende Regelung hingegen ist mit diesen Parteien nur begrenzt möglich. 
  Schlussbetrachtung  
 Nicht jede Form von Rosenkrieg kann durch Familienmediation gelöst werden. Ein Abbruch ist nicht ausgeschlossen. Er kann zu jeder Zeit in der Mediation geschehen. Parteien drohen oft mit dem Abbruch, wenn sich die Konfliktdynamik aufzulösen beginnt und sie mit ersten Verantwortlichkeiten konfrontiert sind. Das Vertraute geht ihnen dann verloren, neue Anforderungen kommen auf sie zu. Der Mediator sollte Geduld haben und die Parteien ermuntern, im Prozess zu bleiben. 
 Wird die Mediation von einer Partei endgültig abgebrochen, stellt sich für den Mediator die Frage, welchen Anteil er daran haben könnte. In solchen Fällen hat sich Supervision als hilfreich erwiesen. 
 Aber auch in diesem Zusammenhang kann sich herausstellen, dass eine Lösung des Konflikts für diese Parteien nicht möglich ist. Der Erhalt des Konflikts ist für diese Parteien die einzig verbleibende Konfliktlösung. Dann sollte der Mediator eine demütige Haltung einnehmen: Er ist an seine professionelle Grenze gelangt. 
 
 Literatur 
 
 Dettenborn, Harry (2013): Hochkonflikthaftigkeit bei Trennung und Scheidung. Teil 1: Definition, Eskalationsstufen und Eskalationskriterien. Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe (ZKJ) 6, S. 231–234. 
 Krabbe, Heiner (2014): Werkstattbericht – Hochstrittige Parteien in der Mediation. Zeitschrift für Konfliktmanagement (ZKJ) 2, S. 58–61. 
 Johnston, Janet R. (1991): Sackgasse Scheidung. Wie geht es weiter? Plenarvortrag anlässlich des Treffens des Internationalen Familienverbandes in Pittsburg, 12.–15. Mai 1991. 
 
 
 Über den Autor 
     Dipl.-Psych. Heiner Krabbe  ist Mediator (BAFM), Psychologe, Psychotherapeut und Supervisor. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Wirtschaftsmediation, Mediation im Arbeits- und Organisationsbereich, gerichtsnahe Mediation und Familienmediation bei Firmennachfolge. Heiner Krabbe hat zahlreiche Fachtexte zum Thema Mediation veröffentlicht. Darüber hinaus ist er Inhaber einer Praxis für Psychotherapie und Leiter der Mediationswerkstatt Münster. 
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            <title type="text">Dynamik von Familienunternehmen</title>
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                 Familienunternehmen stellen vor allem im mittelständischen Bereich eine wichtige wirtschaftliche Größe dar. Um dies zu gewährleisten, ist es von Bedeutung, die teilweise gegenläufigen Dynamiken von Familien und ihren Unternehmen zu berücksichtigen. Heiner Krabbe arbeitet Besonderheiten der Lebensbereiche Familie und Beruf heraus und zeigt Ansatzpunkte auf, um häufig auftretende Konflikte zu vermeiden. 
  
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 Zerlegt man das Wort „Familienunternehmen“ in seine Bestandeile, die Begriffe „Familie“ und „Unternehmen“, deutet sich bereits an, dass es sich hier um zwei eigenständige Felder handelt. Während Familien nur wenig Aufmerksamkeit in der Betriebswirtschaft finden, sind Unternehmen wiederum für die Familienforschung irrelevant (Simon et al. 2005). Das Zusammenwirken der Ideen von Familie und Unternehmen ist allerdings nur dann zu verstehen, wenn beide in ihrer Unterschiedlichkeit parallel betrachtet werden (Luhmann 1984). 
 Familie, Unternehmen und Eigentümer 
 Familienunternehmen können in drei Bereiche eingeteilt werden, die sich häufig überschneiden: 
 
 die Familie, bestehend aus den Familienmitgliedern, 
 das Unternehmen mit seinen Mitarbeitern und 
 die oder der Eigentümer als Alleineigentümer oder Gesellschafter. 
 
 Oft sind die aus dieser Einteilung resultierenden Gemeinschaften nicht deckungsgleich. Unternehmensangehörige sowie Eigentümer setzen sich in den wenigsten Fällen ausschließlich aus Familienmitgliedern zusammen. Agieren diese aber im Sinne der Familie, stehen individuelle Personen eher im Vordergrund als geschäftliche Aspekte. Für das Unternehmen an sich sowie die Inhaber ist dagegen eine vorwiegend sachbezogene Sichtweise sinnvoll, das Erbringen wirtschaftlicher Leistungen von größter Bedeutung. 
 Bei Familienunternehmen geraten die beteiligten Personen in einen Zwiespalt: Aus Sicht der Familie sind Entscheidungen personenorientiert zu treffen, aus der Sicht des Unternehmens sachorientiert. Welche Logik sich letztlich durchsetzt, ist nicht klar. Während Familien die Leitung des Unternehmens üblicherweise in die Hände des ältesten Kindes legen, kann es unternehmerisch sinnvoll sein, die Nachfolge an den jüngsten Sprössling abzutreten. 
 Allein aufgrund der jeweiligen Interessen der drei Bereiche kann es zu Konflikten kommen, selbst wenn die Beteiligten noch so bemüht sind. 
 Die Familie innerhalb des Familienunternehmens 
 Innerhalb von Familien entwickeln sich typische Konstellationen der Beziehungsdynamik, die für die einzelnen Familienmitglieder mit bestimmten sozialen und psychischen Anforderungen verbunden sind (Simon et al. 2005: 35–38). 
 Vermischung zweier Spielfelder 
 Im westlichen Gesellschafts- und Wertesystem geht man in der Regel von einem zeitlichen Nacheinander von Familie und Beruf aus. Beide Bereiche werden getrennt voneinander gelebt. So kann in der Familie alles zum Gegenstand eines Gesprächs werden, was das jeweilige Familienmitglied angeht. Die einzelnen Personen verfügen in ihrer Funktion für die Familie als Ganzes über eine unverwechselbare Position (Personenorientierung). 
 Im beruflichen Bereich hat jeder Beteiligte den dortigen Rollenanforderungen und Funktionen gerecht zu werden, die Person an sich ist austauschbar (Sachorientierung). Bei Familienunternehmen aber kann ein Zusammensein bei Kuchen und Kaffee zu einem intensiven Austausch der Familienmitglieder führen, bei dem auch privateste Dinge angesprochen und gleichzeitig berufliche Entscheidungen getroffen werden. Obwohl in beiden Feldern unterschiedliche Rollen und Erwartungen bestehen, sind die Akteure im Familienunternehmen identisch. Man kann es den Betreffenden nicht äußerlich ansehen, ob sie gerade als Mitarbeiter des Unternehmens oder als Familienmitglied handeln. Die Kontexte sind zeitlich und oft auch räumlich vermischt (Simon 2011a: 36&amp;nbsp;ff.). 
 Für den Einzelnen bedeutet dies, dass er in seiner Doppelidentität als Familienmitglied und Mitarbeiter gefordert ist. Er muss sich gewissermaßen aufspalten und auf beide Identitäten parallel Zugriff haben. Die tatsächliche Kommunikation unter Mitgliedern eines Familienunternehmens ist daher anfälliger für Konflikte als in anderen Familien, da keine allgemein akzeptierten Zeichen, Schemata und Muster verfügbar sind, die eindeutig zeigen, in welchem Kontext das Gespräch gerade geführt wird. Was anderen Familien gelingt, nämlich Arbeit und Privatleben räumlich, zeitlich und organisatorisch zu trennen, ist für Familienunternehmen letztlich nicht möglich. 
 Lebenszyklus Familie – Unternehmen 
 In der ersten Generation eines Unternehmens geht auf (mindestens) einen Elternteil dessen Gründung zurück, die in Konkurrenz zum Aufwachsen der Kinder steht. Diese Menschen müssen ihrer Rolle als Eltern gerecht werden und zugleich ein Unternehmen führen. Die Grenze zwischen beiden Bereichen ist oft sehr durchlässig. Die Firma „sitzt immer mit am Tisch“. So werden Kinder zwar frühzeitig mit der Arbeitswelt vertraut gemacht, erleben aber die Firma als Konkurrenz um die elterliche Liebe. Die Eltern ihrerseits sind durch den Aufbau des Unternehmens stark gebunden und haben oft das Gefühl, ihren Kindern nicht gerecht zu werden. So kommt es zu Konflikten zwischen Eltern und Kindern in der Gründergeneration (ebenda: 45&amp;nbsp;ff.). Zudem erwarten Gründer von ihren Kindern, dass diese die Firma über ihren Tod hinaus weiterführen. Hier werden Wünsche frühzeitig delegiert, sodass es den Kindern schwerfällt, sich davon zu lösen. 
 In der zweiten Generation ist die Familie dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Elternteil bereits Erfahrungen mit der Rolle als Nachfolger gemacht hat. Es hat sich ein gewisses Verständnis für die in beiden Rollen typischen Konflikte entwickelt. Das Überleben der Firma ist für diese Eltern nicht im gleichen Umfang mit ihrer persönlichen Identität verbunden. Es besteht eine gewisse emotionale Distanz gegenüber dem Familienunternehmen, was für die Kinder zu größeren Entscheidungsspielräumen und zur Loslösung vom Werk der Großeltern führt. Sie fühlen sich nicht persönlich an das Familienunternehmen, sondern eher an die Familientradition gebunden. Dies mag auch erklären, warum nur ein kleiner Teil der Familienunternehmen den Übergang von der zweiten zur dritten Generation schafft. Meist fällt die Entscheidung der Kinder gegen ein Engagement in der Firma aus. 
 Ab der dritten Generation ist die Zahl der Familienmitglieder oft stark gestiegen. Um ein Gefühl der gemeinsamen Identität aufrechterhalten zu können, müssen Möglichkeiten familiärer Begegnungen organisiert werden, zum Beispiel Feste. Allerdings können diese auch den gegenteiligen Effekt haben, wenn sich eine Kluft zwischen den Generationen auftut. Großfamilien übernehmen dann Muster von Organisationen, um als Familie eine Einheit zu bewahren. Die Familienmitglieder müssen formalisierte Regeln entwickeln, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Häufig wird der personenzentrierten Kommunikation eine sachgerechte Organisationsstruktur hinzugefügt, um weiterhin eine Form von Familiarität erleben zu können. Familienunternehmen stehen dementsprechend vor zahlreichen Herausforderungen. 
 Die Frage der Gerechtigkeit 
 Die Entscheidungskriterien für Gerechtigkeit sind in den Systemen Familie und Unternehmen unterschiedlich, besonders bei der Nachfolgeregelung. Einerseits versuchen Eltern ihre Kinder gerecht zu behandeln, andererseits sind sie bemüht, unternehmerisch sinnvoll zu agieren (Simon 2011b: 57&amp;nbsp;ff.). Im Laufe des Familienlebens ist es schwer, das gegenseitige Geben und Nehmen zwischen Eltern und Kindern sichtbar zu machen. Die Liebe könnte man als „Währung“ von Familienbeziehungen bezeichnen, die nur langfristig und über Generationen hinweg bilanziert werden kann. Gerechtigkeit unter Familienmitgliedern wird im Sinne einer Gleichheit bezogen auf Ansprüche, Rechte, Pflichten und Erwartungen verstanden. Sowohl auf der Ebene der Eltern als auch derjenigen der Kinder wird Gleichheit unterstellt und gefordert. Die stillschweigende, normativ wirkende Erwartung an die Eltern, alle Kinder gleich zu lieben, hegen andersherum auch Eltern gegenüber ihren Kindern. 
 Dieser Vorstellung von Gerechtigkeit entsprechend entwickeln Kindern ihren Eltern gegenüber einen Anspruch auf Gleichbehandlung. Die Gleichheit wird von ihnen eingefordert und zum Maßstab der Gerechtigkeit elterlicher Entscheidungen gemacht. Die Forderung nach Gerechtigkeit wird dort am ehesten gestellt, wo sie am leichtesten zu beobachten und zu überprüfen ist: bei Entscheidungen über objektivierbare und quantifizierbare Größen (z.&amp;nbsp;B. Anteile am Familienunternehmen, Auszahlungen, Erbanteile). Da die „Liebeswährung“ nicht in zählbaren Einheiten abgerechnet werden kann, geraten Eigentumsfragen zwangsläufig in den Mittelpunkt von Konflikten. 
 Wird die Entscheidung für einen Nachfolger anhand unternehmerischer Kriterien getroffen, hat dies Konsequenzen für die familiäre Gerechtigkeit. Wenn ein Kind aufgrund seiner fachlichen Kompetenz mit der Nachfolge im Unternehmen bedacht wird, stellt sich für die Eltern zwangsläufig die Frage nach der Gerechtigkeit gegenüber den anderen Kindern. Die Entscheidung auf Unternehmensseite führt gleichzeitig zur Ungleichbehandlung der Familienmitglieder. Im Sinne der Familiengerechtigkeit macht dies die Forderung nach Ausgleich bei den anderen Familienmitgliedern notwendig. Die Wahrscheinlichkeit, für die Nachfolge eine Lösung zu finden, die gleichzeitig unternehmerisch richtig und unter familiären Gesichtspunkten gerecht ist, ist gering (ebenda: 61). 
 Auf formaler Ebene wird eine finanzielle Kompensation als Gerechtigkeitsausgleich angeboten, soweit es die Vermögenslage des Familienunternehmens zulässt. Gerade die Frage nach der Gerechtigkeit von Entscheidungen sowie die Befürchtung, dass ein Konflikt nach außen gelangen könnte, führen dazu, dass seit einiger Zeit nach Wegen zur Konfliktbeilegung außerhalb der Gerichte gesucht wird. Mediation hat sich hier für Familienunternehmen als eine erfolgversprechende Möglichkeit bewährt. 
 
 Literatur 
 
 Gubler, Andreas (2012): Nachfolgeregelung im Familienunternehmen. Grundriss für die Praxis. Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung. 
 Luhmann, Niklas (1984): Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch. 
 Simon, Fritz B. (2011a): Die Familie des Familienunternehmens. In: Simon, Fritz B. (Hrsg.): Die Familie des Familienunternehmens. Ein System zwischen Gefühl und Geschäft. Heidelberg: Carl Auer, S. 35–54. 
 Simon, Fritz B. (2011b): Gerechtigkeit, Richtigkeit und Rechtmäßigkeit. In: Simon, Fritz B. (Hrsg.): Die Familie des Familienunternehmens. Ein System zwischen Gefühl und Geschäft. Heidelberg: Carl Auer, S. 55–72. 
 Simon, Fritz B. et al. (2005): Mehr-Generationen-Familienunternehmen. Erfolgsgeheimnisse von Oetker, Merck, Haniel u. a. Heidelberg: Carl Auer. 
 
 
 Über den Autor 
     Dipl.-Psych. Heiner Krabbe  ist Mediator (BAFM), Psychologe, Psychotherapeut und Supervisor. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Wirtschaftsmediation, Mediation im Arbeits- und Organisationsbereich, gerichtsnahe Mediation und Familienmediation bei Firmennachfolge. Heiner Krabbe hat zahlreiche Fachtexte zum Thema Mediation veröffentlicht. Darüber hinaus ist er Inhaber einer Praxis für Psychotherapie und Leiter der Mediationswerkstatt Münster. 
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            <title type="text">Familienrat: Damit es in den Ferien klappt</title>
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                   Im Urlaub wünscht man sich Harmonie und Ausgeglichenheit. Schließlich wollen sich alle Familienmitglieder erholen, gemeinsam etwas Schönes erleben und Spaß miteinander haben. Doch meist prallen verschiedenste Erwartungen aufeinander: Den Tag am Strand verbringen, eine Wanderung unternehmen, Kirchen, Museen und andere Sehenswürdigkeiten erkunden, Shoppingtour auf der Touristenmeile, Serien schauen, den Aquapark oder den Ponyhof besuchen …   
   Hier kann ein Familienrat eine gute Lösung sein   
   Das Wichtigste im Überblick   
 
   Alle Familienmitglieder begegnen sich auf Augenhöhe.   
   Jeder erhält seine Sprechzeit. Alle Wünsche oder Ängste werden ernst genommen.   
   Es werden faire Lösungen erarbeitet.   
   Bereits ab zwei Jahren können Kinder mitdiskutieren.   
   Er sollte einmal wöchentlich stattfinden, bei Bedarf auch mal öfter.   
 
    
 © Robert Kneschke 
 
 &amp;nbsp; 
   Wie läuft ein Familienrat ab?   
   Der Familienrat sollte in möglichst entspannter Atmosphäre stattfinden. Gemeinsam spricht man über Dinge, die einzelne oder auch jeden bewegen. Jeder darf zu Wort kommen, ausreden und wird mit seinen Sorgen ernst genommen. So werden Missverständnisse oder erlebte Ungerechtigkeiten zeitnah angesprochen. Wut kann sich nicht lange aufstauen. Alle sind über die Probleme der einzelnen Familienmitglieder im Bilde.    
   Idealerweise treffen sie alle beim Frühstück und beim Abendessen. Doch weil das heutzutage nur noch in den wenigsten Familien möglich ist, sollte der Familienrat am besten einmal in der Woche tagen.   
   Der Familienrat: Klassiker der Psychologie   
   Die Idee des Familienrats geht auf den Psychologen  Rudolf Dreikurs  zurück. Er veröffentlichte mehrere Bücher zum Thema Erziehung.   
   Diese fünf Regeln sind dabei zu beherzigen:   
 
   Jeder nimmt am Treffen teil.   
   Es wird nicht geschrien und man beleidigt sich nicht gegenseitig.   
   Zum gegenseitigen Respekt gehört es, dass jeder zu Wort kommt und dabei aussprechen darf.   
   Niemand lacht andere aus, sondern nimmt Gefühle und Sorgen ernst.   
   Alle – Eltern und Kinder – halten sich an diese Regeln.   
 
   Der Familienrat sollte nicht zu steif ablaufen, sondern allen auch etwas Spaß machen, doch ein paar Regeln sind nützlich, damit die Idee hinter dem Treffen – Probleme zu benennen und Lösungen zu finden – nicht verloren geht. Damit es fair bleibt, kann jedes Mal ein anderes Familienmitglied Leiter/in sein, die/der auch auf das Einhalten der Regeln achtet.   
   Je jünger ein Kind ist, desto kürzer sollte der Familienrat tagen. Es ist für die Jüngsten zu schwierig, lange konzentriert zu bleiben. Unter sechs bis sieben Jahren sind zehn bis maximal 15 Minuten ausreichend. Grundschüler können auch mal 20 Minuten konzentriert bleiben.   
   Häufige Themen im Familienrat   
 
   Freizeit, Ferien   
   Aufräumen   
   Abwasch bzw. Ein- und Ausräumen der Spülmaschine   
   Müll wegbringen   
   Arztbesuche   
   Freunde treffen   
   Kindergeburtstage   
   Umgang mit Streit   
   Medienkonsum   
   Hausaufgaben   
   Schlafenszeiten   
   Taschengeld   
   Was können die Eltern verbessern   
 
   Und wenn es schwierig wird? Das Gordon-Modell   
   Bei starken Emotionen ist das sogenannte  Gordon-Modell  hilfreich. Es kann bei heftigen Konflikten helfen. Zwei Punkte sind besonders zu berücksichtigen:   
   Aktives Zuhören   
   Konzentriert zuhören, was der andere sagt: In emotionalen Situationen, wenn man aufgewühlt ist, ist das nicht so einfach. Dennoch sollte man versuchen, genau zu verstehen, was der andere sagt und wie er sich gerade fühlt.   
   Ich-Botschaften   
   Um miteinander im Gespräch zu bleiben, sind sogenannte Ich-Botschaften sehr hilfreich: Statt Vorwürfe wie „Du machst immer …“ zu formulieren, die nur zur Abwehr führen, geben Ich-Botschaften einen guten Einblick in das Gefühlsleben des Anderen und bauen Brücken zum gegenseitigen Verständnis.   
   Treffen Ich-Botschaften und Aktives Zuhören zusammen, kann das im Idealfall zur gemeinsamen Lösung des Problems führen. Gewünscht ist dabei immer eine Win-Win-Konfliktlösung. Im Gordon-Modell spricht man von einer niederlagenlosen Konfliktlösung.   
   In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine erholsame und schöne Ferienzeit.    
   Quelle:  www.netpapa.de/magazin/der-familienrat-so-managen-wir-familie.html    
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