16 Oct

Einblick in die Arbeit von Friedensmediationen

veröffentlicht 16. Oktober 2017 abgelegt unter Aktuell, Allgemein, Internationale Mediation, Mediation, Rubrik Mediation International, Verhandlung

Mediatoren der Berghof Foundation bereiten die UNO-Verhandlungen zum Konflikt im Jemen vor.

Ali Saif und Oliver Wils arbeiten als Mediatoren für die Berghof Foundation. Aktuell organisieren und mediieren sie Friedensgespräche im krisengeschüttelten Jemen. Sie kennen sich in dem komplexen Vielfrontenkonflikt im Jemen sehr gut aus und verfügen über hochrangige Gesprächskanäle zu allen Konfliktparteien.

Lange schon bahnten sie im Vorfeld vor Ort ihre Kontakte zu den verschiedenen Konfliktparteien an, schufen Vertrauen, organisierten Visa und die Reisen nach Deutschland, Jordanien oder in den Libanon, wo die Mediationen im Wechsel stattfinden.

© fotolia | Milos Kubus

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Die auf Konfliktlösung spezialisierte Berghof Foundation wird dabei vom Auswärtigen Amt  unterstützt. Beide Institutionen tauschen sich ständig auf Expertenebene über den Stand der Treffen aus. Es geht in diesen Gesprächen vor allem darum, die UNO-Verhandlungen vorzubereiten.

Mit diesen inoffiziellen Friedensgesprächen „können wir im Augenblick den Krieg nicht stoppen, aber wir können die Aggressionen begrenzen und dafür sorgen, dass es überhaupt noch Kontakte gibt.“, so Ali Saif in einem Interview.

Mediation diesmal in Berlin

Diesmal finden die Gespräche in Berlin statt. Die Konfliktparteien: Eine Gruppe kommt aus Saudi-Arabien und eine andere besteht aus Vertretern der Huthi-Miliz aus dem Jemen.

Beide Mediatoren sind gut aufeinander eingespielt und begleiten den Prozess professionell und extrem sensibel. Denn auch die Lage dort ist extrem kompliziert. Viele Konflikte schwelen schon sehr lange, der „Arabische Frühling“ hat weitere Spannungen an die Oberfläche gebracht, dazu mischen sich die Nachbarstaaten ein, die ihre eigenen Sicherheitsinteressen gefährdet sehen. Zudem gilt Jemen seither als relativ schwacher Staat. Dazu kommen weitere Katastrophen wie eine schwere Hungersnot und der Ausbruch der Cholera.

Worum geht es in diesem Prozess?

Die Huthi Rebellen agieren im Norden (eine Untergruppe der Schiiten) und pflegen mit dem Iran eine lose Verbindung, der sich als Schutzmacht der Schiiten sieht. Die Huthi arbeiten zusammen mit Ali Abdalla Saleh (ein Sunnite). Er war Staatschef und wurde während des Arabischen Frühlings aus seinem Amt vertrieben. Und diesem Bündnis gelang es, 2014 in Sanaa die Regierung des international anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi zu vertreiben.

Die arabische Seite fürchtet, dass mit diesem Bündnis der Iran, ihr Erzfeind, das Sagen im Jemen bekommt. Saudi-Arabien (als Schutzmacht der Sunniten) und weitere Golfstaaten stehen auf der Seite des ehemaligen Präsidenten Hadi. Ihre Reaktion: Bombardierung des Jemen vor allem der Stadt Sanaa durch eine Militärallianz unter saudi-arabischer Führung.

Zu Beginn der Gespräche wollten die Konfliktparteien nicht einmal nebeneinander sitzen.

Wie das Gespräch dann doch zustande kam, lesen Sie hier.

Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/sid_63D2981B09718E9F91AE3256B143F719/DE/Aussenpolitik/Themen/Krisenpraevention/6_Projektbeispiele/170920_Mediation_Jemen.html

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