17 Sep

Lebenskrisen machen krank

veröffentlicht 17. September 2017 abgelegt unter Aktuell, Führungsstil, Wissenschaftliche Kolumne
Im „Fehlzeiten-Report 2017“ der AOK wurden 2.000 Arbeitnehmer telefonisch befragt, wie sich Lebenskrisen auf ihr Arbeitsleben auswirken.

Jeder 2. Arbeitnehmer hat angegeben, in seinem Arbeitsleben eine schwere persönliche Kriste erlebt zu haben. Nach der Schwere der Krisen befragt, stand an erster Stelle eine schwere Erkrankung in der Familie (13,8 Prozent), kurz dahinter ein belastender Konflikt im privaten Umfeld (13,4 Prozent), es folgte die Trennung oder Scheidung vom Partner (12,9 Prozent), der Tod des Partners oder eines anderen Familienangehörigen (10,2 Prozent). Auf Platz 5 mit 8,9 Prozent wurden Krisen am Arbeitsplatz in Form von Streit oder Mobbing genannt.

Wie sich diese Krisen auf die Gesundheit auswirken?

79 nannten Auswirkungen auf ihre seelische Gesundheit, 58,7 Prozent nannten an zweiter Stelle Auswirkungen auf ihre körperliche Gesundheit, 66,6 Prozent berichteten von einem spürbaren negativen Einfluss auf ihre Leistungsfähigkeit (53,4 Prozent).

Aufgrund zunehmender Mobilität wird sich dieses Bild weiter verschlechtern, nehmen die Wissenschaftler dieser Studie an. Das soziale Umfeld geht mehr und mehr verloren, der demografische Wandel kommt hinzu. Folgen sind unter anderem ein starker Anstieg von Fehlzeiten.

Wie können Unternehmen Mitarbeiter in solchen Krisen unterstützen?

Als sehr hilfreich galt vor allem ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten, wie die Hälfte der Befragten berichtete. Darunter war vor allem Verständnis und Rücksichtnahme zu verstehen (42,4 Prozent), es folgte das direkte Gespräch (32,7 Prozent), Flexibilität der Arbeitszeiten (19,6 Prozent) und Sonderurlaub (12,1 Prozent).

Wie kann man Führungskräfte für solche Fälle sensibilisieren?

In großen Unternehmen ist man bereits offener für Prävention und Unterstützung, in kleineren Unternehmen gibt es an dieser Stelle noch einiges zu tun. Die Autoren der Studie raten zu einem Umdenken, Prävention könne auch von mehreren kleinen Unternehmen gemeinsam geleistet werden, zum Beispiel in Form von Betriebspartnerschaften.

Mehr …

3 Kommentare zu Lebenskrisen machen krank

  1. Bernd Bohnet sagt:

    Nimmt man die beiden Bereiche “belastender Konflikt im privaten Umfeld (13,4 Prozent),” und “Trennung oder Scheidung vom Partner (12,9 Prozent” zusammen, so ergibt sich ein Prozentsatz von 26,3 Prozent, die grundsätzlich einer Konfliktklärung und Lösung, also einer Mediation, zugänglich wären. Mir ist es unergründlich, weshalb diese Möglichkeit sowohl in großen, als auch in kleinen Betrieben bei den MitarbeiterInnen weitestgehend unbekannt ist. Es liegt in der Hand der Betriebsführungen, dies zu ändern. Entsprechendes gilt für Konflikte innerhalb der Geschäftsführungen.

    Hier werden noch viele Ressourcen nicht genutz.

    Bernd Bohnet
    Mediator
    Familienmediator

  2. […] Nachzulesen hier: Lebenskrisen machen krank […]

  3. Krusche sagt:

    Sehr geehrter Herr Bohnet,

    toll analysiert. Sie haben Recht. Wieso bloß kommen diese Leute nicht zu?

    Aber auch Mediation weg. Mobbing wird noch zu wenig nachgefragt.

    Es gilt, hier müssen wir Mediatoren aktiv akquirieren.

    i.d.S. wünsche ich allen viel Erfolg
    V.Krusche
    http://www.frieden-durch-mediation.de

Eine Antwort hinterlassen