01 Sep

Rechtspopulismus in der Kita?

veröffentlicht 1. September 2017 abgelegt unter Aktuell, Allgemein, Aus- und Weiterbildung, Rubrik Familie

Rechtsextremismus und rechtspolitische Tendenzen werden auch schon in Kindergärten und Kitas festgestellt. Was tun, wenn ein Kind in der Kita Hakenkreuze malt oder Eltern nicht wünschen, dass ihr Kind Umgang mit dunkelhäutigen Kindern hat? Einen angemessenen Umgang mit rechtsextremen Tendenzen in Kindergärten zu finden, das beschäftigte auch das Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz, das am 31. August 2017 gemeinsam mit dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung, dem Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung Rheinland-Pfalz und dem Institut für Forschung und Weiterbildung der Hochschule Koblenz diese Fachtagung organisierte.

Thema: Umgang mit Rassismus und Diskriminierung.

Rund 100 Fach- und Leitungskräfte aus Kindertagesstätten, Fachberatungen und Trägervertretungen informierten sich auf dem RheinMoselCampus der Hochschule Koblenz über Rechtspopulismus, Rassismus und Diskriminierung in Kindertagesstätten, über deren Ursachen und Motive und über Möglichkeiten, dem zu entgegnen.

Die Vorträge beschäftigten sich mit der Frage: Warum denken und handeln Menschen rassistisch? oder dem Thema Demokratieerziehung und Menschenrechtsbildung. In dieser Hinsicht würde in Kitas bereits einiges getan und mit guten Erfolgen: In Kinderkonferenzen oder beim Aufstellen von Gruppenregeln zum Beispiel würden Kinder lernen, ihre Meinungen auszutauschen und so zu gemeinsamen Entscheidung kommen.

Die einzelnen Beiträge beleuchteten Rassismus und Rechtspopulismus aus verschiedenen Perspektiven und machten deutlich, dass sich Rassismus oft niedrigschwellig in bestimmten Redewendungen den Weg bahnt, man sehr achtsam im alltäglichen Leben damit umgehen und ein gutes Gespühr dafür entwickeln sollte.

Die wissenschaftliche Perspektive richtete sich auf die Geschichtsforschung, die wie keine andere Disziplin weiß, wie sehr Populismus und in seiner Folge Rassismus eine Gesellschaft ins Verderben bringen kann. Hochschulen haben dabei eine besondere Verantwortung, sich in Forschung und Lehre mit Vehemenz dagegen zu stellen.

In den Workshops wurden die Themen: Rassismuskritik, Erziehungspartnerschaft mit schwierigen Eltern, persönliche Einstellung und professionelle Haltung von Erzieherinnen und Erziehern, rechte Musik und rechte Szene, die Verantwortung und Positionierung von Trägern und gelungene Konzepte von Integrationsarbeit behandelt.

Die AfD interessierte sich in eigener Sache für die Tagung

Im Vorfeld hatte sich die AfD kritisch über diese Veranstaltung geäußert und die Teilnahme von zwei AfD-Abgeordneten angekündigt. Der Vorwurf eines der Abgeordneten war, dass auf der Fachtagung Begriffe wie Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rassismus wild durcheinander geworfen würden.Und wörtlich heißt es auf der Internetseite der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz: „Weil die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium stattfindet, wollen wir durch unsere Anwesenheit in Erfahrung bringen, inwieweit in dieser Fachtagung Hetze gegen die AfD und andere politisch nicht ‚korrekte‘ Gruppierungen betrieben wird. Wir werden es jedenfalls nicht hinnehmen, dass schon die Kindergartenkinder einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Dass Eltern unter Generalverdacht gestellt werden und Kinder politisch korrekt umerzogen werden sollen, ist nicht hinnehmbar und sogar verfassungswidrig.“ so Michael Frisch, familienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz.

Mehr zur Tagung

siehe auch die Website von www.news4teachers.de

 

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