20 Jun

Religionen – Partner bei Friedensprozessen

veröffentlicht 20. Juni 2018 abgelegt unter Aktuell, Allgemein, Internationale Mediation, Mediation, Rubrik Mediation International

Das deutsche Außenministerium lud zum 2. Mal Religionsvertreter zu der Konferenz „Friedensverantwortung der Religionen“ ein.

Bereits Mitte 2017 trafen sich 100 Religionsvertreterinnen und Religionsvertreter aus 53 Ländern. Dazu kamen 400 deutsche Gäste aus Kirchen, Religionsgemeinschaften und der Wissenschaft. Man sprach über Religion und Medien, Friedenserziehung, Mediation, Interreligiöse Räte sowie Religion und Politik.

Vom 18.-20. 2018 Juni kamen diesmal 70 Religionsvertreterinnen und Religionsvertreter aus Süd-, Südost- und Ostasien nach Berlin. Sie gehören dem Buddhismus, dem Christentum, dem Islam, dem Hinduismus sowie weiteren Religionen an. Die Themen in diesem Jahr: Religion und Medien, Religion und Mediation, Religion und Friedenserziehung sowie die Rolle der Frauen.

Das Auswärtige Amt veranstaltet diese Konferenz zusammen mit dem finnischen Außenministerium. Finnland engagiert sich seit längerem vorbildlich im Bereich von Religion und Außenpolitik und hat ähnliche Zielsetzungen wie Deutschland.

Frieden schaffen und dem Frieden dienen

Ein großes Ziel eint uns: Frieden zu schaffen und dem Frieden zu dienen“, sagt Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt. Das langfristige Ziel ist, die Religionen zum Dialog zu ermuntern und zu vernetzen. Roth sieht in den Kirchen und Religionsgemeinschaften dauerhafte „zentrale Partner unserer Friedensarbeit“, doch sieht er auch den Missbrauch von Religion in Konflikten. Das sei die „dunkle Seite” von Religion“.

Rolle der Frauen

2018 waren doppelt so viel Frauen eingeladen wie 2017. Die Rolle der Frauen und Mütter in der Friedensarbeit ist enorm wichtig. Frauen seien in islamischen Gesellschaften unbeachtete Mächte, sagte Zaleha Kamarudin, Juristin aus Malaysia.

Rolle der Religionsgemeinschaften in Asien

Religionsgemeinschaften außerhalb Europas nehmen an Bedeutung zu. Weltweit bekennen sich über 80 Prozent der Menschen zu einer Kirche oder Religionsgemeinschaft. Die Zivilgesellschaft entwickelt sich immer weiter zu einem wichtigen Partner der Außenpolitik. So werden auch Religionsvertreterinnen und -vertreter zu unverzichtbaren Ansprechpartnern.

Alle großen Religionsgemeinschaften nehmen für sich in Anspruch, friedensstiftend zu wirken. Sie vermitteln wichtige Werte wie Versöhnung, Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Diese Gemeinsamkeiten gilt es zu erkennen und zu nutzen, damit die Religionsvertreter ihre Mitverantwortung für Frieden und Stabilität wahrnehmen und übernehmen. Ziel dieser Konferenz war auch, diese „Brückenbauer“ und „Friedensbotschafter“ zu vernetzen, damit sie sich als Mediatoren in Konflikten engagieren, im Bereich der religiösen Friedenserziehung arbeiten oder Frauen in Friedensprozessen stärken.

 

Quellen:

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/kulturdialog/-/212814

http://www.dw.com/de/kardinal-und-muslima-begegnung-im-ausw%C3%A4rtigen-amt/a-44299066

https://www.evangelisch.de/inhalte/150639/19-06-2018/religionsvertreter-als-partner-bei-ziviler-konfliktloesung

https://www.tagesspiegel.de/politik/friedensverantwortung-der-religionen-religion-und-verantwortung-gehoeren-zusammen/22700406.html

 

Eine Antwort hinterlassen