06 Sep

Studie „Die Ängste der Deutschen 2018“. Donald Trump belegt Platz 1

veröffentlicht 6. September 2018 abgelegt unter Aktuell

Seit 1992 befragt die R&V-Versicherung Menschen in Deutschland nach ihren Ängsten. Interessant ist diese Befragung nicht nur für ein aktuelles Bild, sondern auch als Langzeitstudie. Sie wirft einen Blick auf die Ängste, die Menschen in Deutschland Jahr für Jahr umtreiben, welche konstant bleiben, sich ändern oder zurückgegangen sind. Im Juni 2018 wurden dazu 2.335 Personen ab 14 Jahren in persönlichen Interviews zu ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit interviewt.

Die Deutschen berichten über ihre Ängste.

© fotolia |hikrcn

Die 10 größten Ängste

An der Spitze der Ängste steht Donald Trump mit 69 Prozent. Die Menschen fürchten eine Gefährdung der internationalen Lage durch die Politik des US-Präsidenten. Hier hat er sein Ziel „America first“ bereits erreicht. Es ist einer der höchsten Werte, die jemals in der Ängste-Studie gemessen wurden. „Seine Aggression gegen internationale Arrangements und die nicht minder aggressive Handels- und Sicherheitspolitik auch gegenüber Verbündeten verschrecken die Bevölkerungsmehrheit“, erklärt Professor Dr. Manfred G. Schmidt, Politologe an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und seit vielen Jahren Berater des R+V-Infocenters.

An 2. Stelle mit 63 Prozent liegt die Sorge vor der Überforderung der Behörden durch die große Zahl der Flüchtlinge, die im letzten Jahr noch Platz 6 belegte.

Gleich dahinter liegt die Angst vor Spannungen zwischen hier lebenden Ausländern und Deutschen durch den weiteren Zuzug von Ausländern auf Platz drei.

Die Befürchtung, dass Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind, liegt bei Rang 4 mit 60 Prozent.

War Terror mit 71 Prozent im letzten Jahr die größte Angst, so ist sie etwas zurückgegangen und steht diesmal an 5. Stelle mit 59 Prozent.

Platz 6 belegt die Befürchtung, dass die Schuldenkrise einiger EU-Staaten für den deutschen Steuerzahler teuer wird.

57 Prozent fürchten sich vor politischem Extremismus. Diese Angst nimmt 2018 Platz 7 der Ängste Skala ein, 2017 lag diese noch auf Platz 2.

Wetterextreme wie diesjährige Hitzewelle, sintflutartige Regenfälle und zerstörerische Hagelschauer verstärken die Sorge, dass es zu immer größeren Naturkatastrophen kommen kann. Diese Sorge steht auf Platz 8.

Die Angst vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln nimmt Platz neun ein.

Den letzten Platz der Top 10 belegt die Angst, zum Pflegefall zu werden.

Weitere Ängste und Sorgen.

Eine Angst, die im letzten Jahr noch relevant war, wie zum Beispiel die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten, fällt mit 49 Prozentpunkten erstmals aus dem Ranking der Top 10. Seit 2010 lag sie vielfach auf Platz eins. Etwa 25 Prozent der Befragten fürchtet, den Job zu verlieren – so wenige wie nie zuvor. Auch die Angst vor Einbruch, Diebstahl, Körperverletzung oder Betrug liegt mit 28 Prozent weit hinten in der Ängste-Skala. Um 11 Prozent sank auch die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung. Sie liegt 2018 bei 35 Prozent.

Unterschiede bei der Einschätzungen

Betrachtet man diese Studien von Anfang an, so kann man beobachten, dass sich Frauen mehr Sorgen machen. Bedrohungen durch Terroristen lösten zum Beispiel 2018 bei Frauen größere Ängste aus (Frauen 64 Prozent, Männer 54 Prozent). Auch Schadstoffe in Nahrungsmitteln fürchten Frauen stärker (60 Prozent) als Männer (49 Prozent) wie auch steigende Lebenshaltungskosten (Frauen: 54 Prozent, Männer: 43 Prozent). Das gilt auch für Themen wie Krankheit und Pflege

Regionale Unterschiede

Erstmals hat die Studie neben dem Ost-West-Vergleich auch nach Unterschieden in Nord und Süd geforscht. Insgesamt stimmen die Einschätzungen in ganz Deutschland weitestgehend überein. Ausnahmen gibt es bei der Befürchtung, dass die große Zahl der Flüchtlinge die Bürger und ihre Behörden überfordert sind (Nord 59 Prozent / Süd 68 Prozent – Ost 69 Prozent / West 62 Prozent). Auch die Einschätzung der Ängste vor überforderten Politikern (Nord 58 Prozent / Süd 64 Prozent – Ost 67 Prozent / West 60 Prozent) und die vor den Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise (Nord 54 Prozent / Süd 62 Prozent – Ost 63 Prozent / West 57 Prozent) weichen etwas voneinander ab. Die Furcht vor Naturkatastrophen ist im Westen (57 Prozent) größer als im Osten (52 Prozent).

>> Zur Studie

Kategorien: Aktuell

Stichwörter:

Eine Antwort hinterlassen