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Tipps, um Konflikte an Weihnachten zu meiden

veröffentlicht 22. Dezember 2017 abgelegt unter Aktuell, Allgemein, Mediation, Rubrik Familie

Weihnachten ist für viele Menschen das Fest der Liebe, der Familie, des harmonischen Miteinanders. Alles soll an Weihnachten perfekt sein: Die Stimmung, der Weihnachtsbaum, das Essen und die Geschenke. Und alles, was sonst im Alltag zu kurz kommt, soll an Weihnachten gelingen: Alle gehen liebevoll miteinander um, erfreuen sich mit gelungenen Überraschungen, verbringen viel schöne Zeit miteinander. Erwartungen, die viel zu hoch und daher nur schwer zu erfüllen sind.

Auch der Ursprung des Festes war alles andere als perfekt: Wir feiern die Geburt eines kleinen Jungen, der an einem 24. Dezember in Bethlehem in einem Stall zwischen Ochs und Esel geboren wurde, da seine Eltern wegen einer Volkszählung unterwegs in ihre Geburtsstadt waren und keine Unterkunft fanden.

© Tijana | Fotolia

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Wie können die Weihnachtstage für alle zu einem schönen entspannten Ereignis werden?

Perfektionismus

Sich vor allem vom eigenen Perfektionismus lösen: die Weihnachtstage einfacher gestalten, den Speiseplan weniger opulent gestalten, die Geschenkeflut eindämmen, sich von dem Stress befreien, am 24.12 in einer perfekt weihnachtlich dekorierten Wohnung zu feiern.

Das Weihnachtsessen

Wer schon einmal die Verantwortung für diese Aufgabe hatte, weiß, wie hoch der Stress ist, wenn der Rest der Familie erwartungsvoll einen Besuch in der Küche macht, um zu erfahren, wann es denn was zu essen gibt. Warum nicht einmal an Weihnachten gemeinsam kochen, oder jeder bringt etwas mit? So verteilt sich die Verantwortung und alle können ihren Anteil zu dem Essen beitragen. Gemeinsames Kochen stärkt zudem das Zusammengehörigkeitsgefühl und keiner muss mehr gelangweilt auf das Essen warten.

Konflikte

Familien verbringen an Weihnachten sehr viel Zeit miteinander – mehr als im ganzen Jahr. Meist kommen noch weitere Familienmitglieder angereist: Kinder, Geschwister, Eltern, die nicht (mehr) am Ort leben. Es liegt nahe, dass es auch zu längeren Gesprächen kommt, die – wenn bereits Konflikte zwischen einzelnen Familienmitgliedern schwelen – zu größeren Streitigkeiten führen können.

An Feiertagen haben die Menschen mehr Zeit, über ihr Leben, ihre (unerfüllten) Bedürfnisse und Wünsche nachzudenken. Länger unterschwellige Partnerschaftskonflikte brechen gern an den Feiertagen aus.

Weihnachten ist jedoch nicht die geeignete Zeit, um Konflikte zu lösen. Wer es das ganze Jahr hindurch nicht geschafft hat, dem wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht an Weihnachten gelingen. Aus Konflikten kann schnell ein offener Streit werden, der die Weihnachtsstimmung auch bei den anderen Familienmitgliedern trübt. Wenn irgend möglich ist, sollte man aus diesen Diskussionen aussteigen, nicht auf sein Recht bestehen, das Thema vertragen und über die Möglichkeiten einer Mediation sprechen.

Nähe

Das ungewohnte Zusammensein kann Gefühle wie Bedrängung oder Stress hervorrufen. Nicht jeder kommt mit so viel Nähe und verschiedenen Persönlichkeiten auf engen Raum aus. Ruhepausen, Spaziergänge, ein Mittagsschlaf oder ein Besuch bei Freunden sollten jedem Familienmitglied zugestanden werden.

Der eigenen Rolle bewusst sein

Wer an Weihnachten „heimfährt“ läuft Gefahr, in alte Rollen zu verfallen. Man wird wieder zum Kind, selbst wenn man bereits selbst Eltern ist. Die anderen Rollen: der besserwisserische Vater, die beschwichtigende Mutter, die nervenden Geschwister – alles wie früher. Was ist die Alternative? Aussteigen, sein, wer man ist: Erwachsen und selbstverantwortlich. Und wenn es gar nicht geht? Vielleicht mal etwas Neues ausprobieren, mit Freunden feiern oder wegfahren: in die Berge, in die Sonne, in eine andere Kultur? Und warum seine erwachsenen Kinder nicht mal alleine feiern lassen und stattdessen selbst mit Freunden feiern?

Weihnachtsrituale

Weihnachtsrituale beibehalten, nur weil sie eine (vergangene) heile Kinder-Welt symbolisieren? Oft passen sie nicht mehr zur Gegenwart. Missverständnisse entstehen vor allem dann, weil viele versuchen, vor allem die Erwartungen anderer zu erfüllen. Warum nicht einmal etwas völlig anderes ausprobieren?

Verantwortung für das Gelingen

Weihnachten ist ein Familienfest, die gesamte Familie ist verantwortlich für das Gelingen. Wichtig ist, alle Familienmitglieder in die Planung einzubeziehen, dass sie sagen können, was ihnen an diesen Tagen wichtig und dass sie Aufgaben für diese Tage übernehmen. So ist die Verantwortung auf alle Schultern verteilt und jeder trägt zum Gelingen bei.

Geschenke

Vor allem Kinder sind mit den vielen Geschenken an einem Abend häufig überfordert, ihre Erwartungshaltung nimmt von Jahr zu Jahr zu und die Wertschätzung gegenüber den Geschenken nimmt ab. Auch die Schenkenden stehen oft unter großem Stress, für alle in der Familie das richtige Geschenk zu finden. Auch die zeitliche und finanzielle Belastung ist nicht zu unterschätzen. Ist es nicht schöner, statt Geschenken, einfach gemeinsam Zeit zu verbringen?

Kategorien: Aktuell, Allgemein, Mediation, Rubrik Familie

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