19 Oct

Trump und Frieden – geht das zusammen?

veröffentlicht 19. Oktober 2017 abgelegt unter Allgemein, Internationale Mediation, Rubrik Mediation International

Die Professorin Nicole Deitelhoff von der Goethe-Universität Frankfurt und Leiterin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung wurde in der Frankfurter neuen Presse zu ihrer Arbeit und der Einschätzung von aktuellen Krisen in der Welt befragt.

Als Friedensforscherin geht es Frau Deitelhoff darum, die Ursachen von Konflikten zu erforschen, sie zu analysieren und zu verstehen, wodurch es zu bewaffneten Konflikten kommt, wie sie zu beenden sind und dieses Wissen bereitzustellen. Forschungsergebnisse werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, Parlamentarier und Ministerien aus Bund, Ländern – auch aus ganz Europa – greifen gern auf Beratungen der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung zu.

Das größte Problem sieht sie derzeit in Nordkorea verortet, wo sich die Eskalationsspirale immer weiter dreht und es um eine atomare Bedrohung geht.

Doch das sind nicht die einzigen ernsten Bedrohungen des Friedens. Eine Reihe geostrategischer Machtspiele sind auch in Europa zugange, zum Beispiel im Konflikt um die Interessen Russlands mit der Ukraine.

© geralt | pixabay

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Problematisch ist für sie auch Trumps Auftreten – vor allem gegenüber Kim Jong-un. Doch hier glaubt sie an ein selbstbewusst auftretendes Europa, das die Möglichkeit besitzt, Trump in seine Schranken zu weisen. Immerhin besteht Europa aus 28 – nach dem Brexit aus 27 – Staaten. Die USA besteht demgegenüber nur aus einem Staat.

Gleichwohl sieht die Friedensforscherin in US-Präsident Trump auch ein Irritationspotenzial. Sei es zum Thema Nordkorea oder Syrien. Und das mache es sehr problematisch, wenn es um Konfliktlösungen geht. Aber: Trump führt eben nur einen Staat. Europa habe mit seinen aktuell 28 Staaten durchaus Potenzial und wäre in der Lage, dieses Potenzial endlich zu verwirklichen.

Was das Thema Terrorismus angeht, schauten allewie das Kaninchen auf die Schlange auf den islamistischen Terrorismus.“ Frau Deitelhoff fürchtet auch, dass der IS wegen seiner Verluste an Territorium mehr Anschläge in Europa plant.

Doch Terrorismus gibt es auch im rechten Spektrum und in auflebenden ethnonationalistischen Bewegungen. Und in diesem Bereich baut die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) aktuell einen großen Forschungsschwerpunkt auf, mit dem Ziel, alles vorhandene Wissen über den salafistischen Terrorismus zu sammeln und aufzubauen. Eine Fragestellung sei unter anderem, ob es ähnliche Dynamiken, ähnliche Mechanismen zwischen den beiden Bewegungen gibt.

Das ganze Interview mit weiteren Einschätzungen wie zum Beispiel zu Reisen in die Türkei, wie man heute die großen Player wie Shell, BP, die früher eher als Kriegstreiber galten, heute in Konfliktbewältigungen einbezieht, zu Macht und Widerstand oder auch zur AfD lesen Sie >> hier.

Quelle: Frankfurter Neue Presse: Frankfurter Friedensforscherin: “Trump ist für Konfliktlösung ein Problem” – Das Montagsinterview, geführt von Thomas J. Schmidt . 16.10.2017

 

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