18 May

Ein Kredit der Nachbarn!? Der Schweizer Kredit

veröffentlicht 18. Mai 2017 abgelegt unter Aktuell, Allgemein, Rubrik Recht

Wer sich durch die heutige Kreditlandschaft arbeitet, der findet allerlei aussagekräftige Kreditbezeichnungen – wie beispielsweise den Ratenkredit, den Autokredit und den Immobilienkredit. Daneben reihen sich aber auch Kreditangebote mit weit weniger bezeichnenden Namen an. Dazu gehört beispielsweise der Schweizer Kredit. Was sich dahinter verbirgt und wie viel Anteil die Schweizer daran wirklich haben, soll Thema in diesem Beitrag sein.

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Abbildung 1: Der Autokredit …

Abbildung 2: ... und der Haus-Kredit haben eines gemeinsam: Die Bezeichnung ist sprechend und eindeutig. Das ist beim Schweizer Kredit durchaus nicht der Fall, denn dieser zeigt nur an, woher das Geld kommt.

Abbildung 2: … und der Haus-Kredit haben eines gemeinsam: Die Bezeichnung ist sprechend und eindeutig. Das ist beim Schweizer Kredit durchaus nicht der Fall, denn dieser zeigt nur an, woher das Geld kommt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schweizer Kredit – Eine Definition

Der Schweizer Kredit hat seinen Namen eigentlich aus einem einzigen Grund: Das Geld, das per Kredit geliehen werden soll, stammt aus der Schweiz. Warum der Kredit nicht in Deutschland beantragt wird, hat meist mit der Schufa zu tun. Wer dort mit einem negativen Eintrag gelistet ist, der bekommt in Deutschland nur schwer oder zu erhöhten Zinsauflagen einen Kredit. Die Alternative ist also ein Kredit ohne Schufa. Die Bezeichnung „Kredit ohne Schufa“ ist also im Prinzip mit der Bezeichnung „Schweizer Kredit“ gleichzusetzen.

So ist es um die Seriosität des Schweizer Kredits bestellt

Neben einer Liste der Banken, die einen Schweizer Kredit offerieren, gibt es unter https://www.zentraler-kreditausschuss.de/schweizer-kredit/ direkt noch einen interessanten Hinweis: Zwar gibt es einige schwarze Schafe am Markt der Schweizer Kredite, die hohe Gebühren und Vorkosten verlangen. Doch wer vorab einen umfassenden Kreditvergleich macht, dem wird ein seriöser Darlehensvermittler bei dem Anliegen weiterhelfen. Ganz ohne Spielregeln geht es natürlich auch hier nicht, deswegen gelten diese Punkte als Grundvoraussetzung für einen Schweizer Kredit:

  • Der Kreditnehmer muss einen Wohnsitz in Deutschland haben.
  • Der Kreditnehmer braucht ein deutsches Konto.
  • Der Kreditnehmer muss volljährig sein.
  • Der Kreditnehmer muss einen Einkommensnachweis vorlegen.
  • Der Kreditnehmer muss Sicherheiten bieten.

Diese Zielgruppe sucht gezielt nach einem Schweizer Kredit

Auf den ersten Blick mag man meinen, dass nur diejenigen, die eine schlechte Bonität haben, gezielt nach einem Schweizer Kredit suchen. Sicherlich ist es für diese Verbraucher eine gute Option, doch auch andere nutzen die Vorteile eines Schweizer Kredits.

  • Selbstständige beispielsweise haben es in Deutschland vergleichsweise schwer, um an einen Kredit zu kommen, weil die meisten Banken Selbstständige als Risikogruppe einordnen. Eine Gehaltsabtretung ist in der Regel nicht möglich, nach weiteren Sicherheiten zu fahnden, ist ihnen zu umständlich. Wer selbstständig und Ü50 ist – eine Gruppe, die heute immer häufiger auf der Gründerbühne erscheint (vgl. http://wize.life/themen/kategorie/finanzen/artikel/57246/gruenden-im-alter—risiken-und-chancen) – hat es noch schwerer. Bei den Schweizern ist das anders. Die Eintragung einer Grundschuld oder eine Lebensversicherung kann vergleichsweise einfach als Sicherheit genutzt werden.
  • Verbraucher, die bereits einen großen Kredit (meist einen Immobilienkredit) bedienen, nutzen den Schweizer Kredit, um kleinere Finanzierungen quasi „nebenbei“ zu realisieren. Gerade, wenn zeitgleich die Immobilienfinanzierung und eine kleinere Finanzierung anstehen, könnte sich das negativ auf die Bonität des Kreditnehmers auswirken. Dann wird pragmatisch entschieden und das heißt: Um die guten Zinssätze für die langfristig angelegte Immobilienfinanzierung zu sichern, dient der Schweizer Kredit lediglich dazu, eine überschaubare Finanzierung umzusetzen. Verbraucher beißen an dieser Stelle eben in den sauren Apfel und nehmen die höheren Zinsen des Schweizer Kredits in Kauf. Alternativ kann unter http://www.wn.de/Freizeit/Ratgeber/Finanzen/2800313-In-7-Schritten-zur-guten-Bonitaet-Wie-verbessert-man-seinen-Bonitaetsscore nachgelesen werden, wie man den Bonitätsscore verbessern kann.

So schlecht ist es wirklich um die Bonität der Deutschen bestellt

Wer nun ins Feld führen möchte, dass die Hälfte der Deutschen verschuldet ist und nicht mal mehr einen regulären Kredit erhalten kann, der wird bei der Lektüre des Schufa-Kredit-Kompasses 2016 eines Besseren belehrt.

Die folgenden Zahlen zeigen, dass die Deutschen nicht allesamt hoffnungslos in der Schuldenspirale versinken (vgl. https://www.schufa.de/media/editorial/ueber_uns/bilder/studien_und_publikationen/kredit_kompass/SCHUFA_Kredit-Kompass-2016.pdf):

  • Bei den Deutschen ist es gut um die Zahlungsmoral bestellt: Das Rückzahlungsverhalten bleibt stabil auf hohem Niveau. Insgesamt 97,6 Prozent aller Ratenkredite wurden 2015 ordnungsgemäß bedient. Die Anzahl der positiven Kreditbiographien bleibt ebenfalls auf hohem Niveau konstant: Bei 90,7 Prozent der bei der SCHUFA verzeichneten Personen liegen ausschließlich positive Informationen vor.“
  • Zwischen Schufa-Anfrage und Vertragsabschluss liegen 12,1 Millionen. „Das Interesse an Ratenkrediten in Deutschland ist weiterhin hoch. 2015 stellten Banken insgesamt 19,5 Millionen Anfragen im Rahmen der Kreditkonditionenermittlung an die SCHUFA. Das waren 18,5 Prozent mehr als 2014. Die Anzahl der tatsächlich abgeschlossenen Ratenkreditverträge erreichte mit 7,4 Millionen auch 2015 wieder das hohe Vorjahresniveau.“
  • Die Überschuldungsgefahr sinkt. Die Überschuldungsgefahr ist in Gesamtdeutschland rückläufig. Der SCHUFA-Privatverschuldungsindex verbesserte sich 2015 um 10 Punkte auf 1.039 Punkte. Für 2016 sind die Aussichten ebenfalls gut. Die SCHUFA erwartet einen weiteren Rückgang des PVI um gut 2 Prozent.“

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