21 Feb

Martin Griffiths – neuer UN-Vermittler für den Jemen

veröffentlicht 21. Februar 2018 abgelegt unter Aktuell, Internationale Mediation, Mediation, Verhandlung
© fotolia | koya979

© fotolia | koya979

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den britischen Diplomaten Martin Griffiths am letzten Donnerstag einstimmig zum neuen Sonderbeauftragten für den Jemen berufen. Nach über drei Jahren Stillstand soll er als neuer Vermittler Bewegung in die UN-Friedensgespräche bringen. Sein Vorgänger Ismail Ould Sheikh Ahmed konnte seit 2015 trotz größter Anstrengungen kaum sichtbare Fortschritte erreichen.

Im Jemen herrschen derzeit unmenschliche Verhältnisse. Die Vereinten Nationen beurteilen die Lage dort als die „größte humanitären Katastrophe des Erdballs“. Über 8 Millionen Menschen hungern. 10.000 Menschen haben bisher in den kriegerischen Auseinandersetzungen ihr Leben verloren, 53.000 wurden dabei verletzt. Krankheiten wie Cholera und Diphtherie fordern weitere Opfer.

Griffiths erfahren in Verhandlung und Mediation

Griffiths gilt als äußerst erfahren „in Konfliktlösungen, Verhandlungen, Mediationen und humanitären Einsätzen“, so Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres, der ihn als neuen Sonderbeauftragten vorschlug.

Seine berufliche Laufbahn nach seinem Studium der Südostasienkunde in London begann er als Diplomat fürs Foreign Office, seine nächsten Stationen waren internationale Hilfsorganisationen wie Unicef, Save the Children und Action Aid. 1994 ging er in die Zentralen der Vereinten Nationen nach Genf und New York.

In Genf gründete er 1999 das Zentrum für Humanitären Dialog, wo er als Mediator in innerstaatlichen Konflikten zwischen Regierungen und Aufständischen vermittelte. 2014 wurde er Leiter des „Europäischen Instituts für Frieden“ in Brüssel.

Im Syrien-Konflikt war er zum Beispiel in beratender Funktion tätig für Kofi Annan, Lakhdar Brahimi und für Staffan de Mistura.

In einem Vortrag letzten November in Riad zeigte er sich optimistisch, dass der Krieg im Jemen lösbar sei. Das bedürfe zwar intensiver Anstrengungen, die aber umsetzbar seien. Wichtig sei, mit allen Konfliktparteien zu reden, sie nicht zu isolieren und deutlich mehr humanitäre Güter ins Land lassen, damit die Menschen Hoffnung schöpfen können, „dass der Krieg nicht auf immer und ewig so weitergeht“.

Quellen:

Frankfurter Rundschau: FR.de. Politik. Ein Veteran für den Jemen

Tagesschau, 16.02.2018: Vereinte Nationen Griffiths wird Jemen-Sondergesandter

 

 

Eine Antwort hinterlassen