Gute Berater zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie eine klare Sprache sprechen. Beim Formulieren ihrer Werbeunterlagen und insbesondere ihrer Selbstportraits lassen manche Berater diese Kompetenz vermissen. Storytelling – über die Fähigkeit hierzu, sollte eigentlich jeder Trainer und Berater, Coach und Speaker verfügen, der anderen Menschen gewisse Botschaften vermitteln und sie zu einem bestimmten Verhalten motivieren möchte. Wie ausgeprägt diese Fähigkeit bei vielen Beratern – gleich welcher Couleur – ist, sieht man auch, wenn man zum Beispiel ihre Biografien liest, mit denen sie sich u.a. auf ihren Webseiten präsentieren und vermarkten. Dort erweisen sich nicht wenige von ihnen als wahre Künstler in Sachen Storytelling bzw. Biografien-basteln.
Warum läuft Mitarbeiter Huber in Situation A zu Bestform auf, während er in Situation B eher uninspiriert und unmotiviert wirkt? Über solche Dinge, die die Persönlichkeit tangieren, zu sprechen, fällt den Beteiligten in Unternehmen oft schwer. Doch es gibt Wege und Analyseinstrumente, die dabei helfen. „Was mache ich gern, was weniger gern?“ „Was motiviert mich, was treibt mich an?“ Die Antworten auf solche Fragen interessieren viele Menschen. Deshalb veröffentlichen Illustrierte häufig sogenannte Persönlichkeitstests. Besonders aussagekräftig sind diese meist nicht – müssen sie auch nicht. Denn sie dienen primär der Unterhaltung der Leser.
Am Anfang war das Wort. Für das Ende reicht heute eine WhatsApp. Jeder vierte Jugendliche im Alter zwischen 16 bis 29, dies das Ergebnis einer Untersuchung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom e.V.; * Link zur Pressemitteilung s.u.) hält das digital übermittelte Beziehungsaus für einen geeigneten Weg, sich aus lästig empfundener Partnerschaft zu verabschieden. Jeder Fünfte hat es schon getan. Wer keinen Stil hat, kann ihn nicht verletzen. Wie sehr das Gegenüber verletzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Empathie ist ein Fremdwort und Respekt wird von Halbstarken stets lautstark eingefordert, aber nur selten gewährt.
Krisen. Kriege. Katastrophen. Migration. Klimawandel. Dieselfahrverbot. Der Sommer zu heiss, der Winter zu lang. Nutella mit neuer Rezeptur. Shitstorm gegen den Brotaufstrich! Wer es immer schon ahnte, ist nun überzeugt: Früher war alles besser! Mangels Orientierung keine Richtung. Der Abschied von Gewohnheiten als chronische Bedrohung. Wo Halt fehlt, gedeiht Angst. Am Rand imaginärer Klippen der scheue Blick in den Abgrund.
Journalisten versuchen dem Innenleben der Justiz auf den Grund zu gehen. Vergebene Liebesmüh, meint Dr. Stefan Grüll, da schon jetzt klar ist, dass das System chronisch überlastet ist. Lange im gesellschaftlichen Off achselzuckender Selbstverständlichkeit seit Jahrzehnten ein verkümmerndes Dasein fristend, taucht das Fakten-Fakten-Fakten-Magazin FOCUS mit Beginn des Jahres in grelles Scheinwerferlicht, was die Politik von der Öffentlichkeit angenehm ungestört traditionell als fiskalischen Steinbruch zur Finanzierung der Legende von der schwarzen Null missbraucht. Die Rede ist von der Justiz.

Ein Jahr lang, „Woche für Woche“, wie Autor Göran Schattauer am 1. Januar mitteilt, wird FOCUS-Online die Justiz einem „Alltags-Check“ unterziehen und dabei der Frage nachgehen, „warum viele Menschen die Justiz nicht verstehen“ (focus.de/politik/gerichte-in-deutschland). Ein löblicher Ansatz, der aber so sinnvoll sein dürfte, wie die Armee guter Vorsätze vom Klassiker ab sofort und vollständig das Rauchen aufzugeben bis zum Meineid von nun an aber wirklich auf die Figur zu achten.
Gegen Ende des Jahres wird vielen Trainern und Beratern bewusst: Ups, ich brauche ja Aufträge fürs kommende Jahr. Entsprechend boomt dann das Geschäft der Marketingberater und -unterstützer. Alle Jahre dasselbe Ritual. Kaum sind die letzten Blätter von den Bäumen gefallen und kündigt sich die Adventszeit an, bimmelt bei den Marketingberatern für Trainer, Berater und Coaches ein, zwei Mal pro Tag im Büro das Telefon und fragen Trainings- oder Beratungsanbieter bei ihnen an, ob diese sie im Marketingbereich unterstützen könnten – oder es treffen entsprechende Mails bei ihnen ein. Monatelang herrschte zuvor, überspitzt formuliert, absolute Funkstille, doch nun schreit plötzlich alle Welt nach Beratung und Marketingunterstützung – und zwar möglichst umgehend und sofort.
Auch wenn sie aufeinander angewiesen sind, teilen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht immer dieselben Interessen. Besonders deutlich wird dies bei Fragen der Vergütung und der Regelung von Arbeits- und Urlaubszeiten. Wenn sich die Beteiligten nicht untereinander oder im Rahmen einer Mediation einigen können, werden die Konflikte vor Gericht ausgetragen. Dass Arbeitsgerichtsprozesse in der heutigen Zeit durchaus üblich sind, lässt sich daraus ersehen, dass die Kosten dafür steuerlich absetzbar sind. Über Jahrzehnte galt Deutschland als Muster für eine funktionierende Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.
10 Jahre nach dem in Krafttreten der EU Mediationsrichtlinie 2008/52, bleibt das sogenannte Mediations-Paradox bestehen. Weniger als 1% der zivilen und wirtschaftlichen Streitangelegenheiten gelangen bis zum Mediator, trotz der klar erwiesenen Vorteile, die solch ein Verfahren mit sich bringt (z.B. Kosten- und Zeitreduktion). Ziel war ursprünglich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Justizverfahren und Mediationsverfahren herzustellen. Die EU-Richtlinie sollte zur Verbreitung der alternativen Streitbeilegung beitragen.
Die Nachfolgerfrage birgt eine der Hauptursachen von Konflikten in Unternehmerfamilien. Geht es doch um Macht, Geld und Liebe. Die Ansichten, wer letztlich das Unternehmen führen soll, gehen in Unternehmerfamilien oft weit auseinander. Auch das Loslassen ihres Lebenswerkes ist ein großes Problem: Ein schwerer Schritt, mit dem neben einer hohe Verantwortung auch die Angst vor dem eigenen Bedeutungsverlust verbunden ist.
Die ehemalige First-Lady der USA hat ein Buch über ihr Leben geschrieben. Nun tourt sie durch die Lande, um es zu promoten und erhält hierfür ein Redner-Honorar von bis zu 800.000 Dollar – pro Veranstaltung. Ich liebe die „Süddeutsche Zeitung“ – nicht nur, weil sie regelmäßig im Recherche-Verbund mit anderen Redaktionen solche (Finanz-)Skandale wie rund um die Panama-Papers aufdeckt, in die fast immer auch die Deutsche Bank verstrickt ist, sondern auch wegen ihrer sonstigen Berichterstattung. So las ich vorgestern auf ihrer berühmten Seite 3 einen langen Artikel, wie die ehemalige US-amerikanische First-Lady Michelle Obama mit öffentlichen Auftritten aktuell sich und ihr Buch „Recoming“ vermarket, was so viel wie „Werden“ bedeutet – unterstützt vom Verlag Random House. Mit der Organisation dieser Tour wurde der Konzertveranstalter Live Nations betraut, der normalerweise die Tourneen solcher Bands wie Rammstein und Rockgrößen wie Bruce Springsteen organisiert.
Die Verfahren der außergerichtlichen Streitbeilegung haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend professionalisiert und kommen in unterschiedlichen Bereichen vermehrt zum Einsatz – beispielsweise bei Familienangelegenheiten oder innerhalb von Unternehmen, die interne Konflikte mediativ gelöst haben wollen. Das alternative Konfliktbearbeitungsmethoden an Wichtigkeit gewonnen haben, zeigen wissenschaftliche Studien, die sich in letzter Zeit intensiv mit der Thematik der Alternative Dispute Resolution (ADR) beschäftigen. Eine der aktuellsten Erkenntnisse besteht u.a. darin, dass die ADR-Verfahren in Deutschland je nach Branche unterschiedlich stark Anwendung finden. Im Bauwesen beispielsweise – wo das Auftreten von Konflikten sehr häufig der Fall ist – werden Streitigkeiten i.d.R. ausschließlich über Rechtsverfahren bearbeitet. So wurden um Jahr 2014 ca. 70.000 Baukonflikte im Rahmen von Gerichtsverfahren bearbeitet und nur 1.750 Fällen wurden mit ADR-Verfahren gelöst.
Mediatoren können den Integrationsturbo ankurbeln, meint Dr. Stefan Grüll. Wie genau? Indem sie dabei behilflich sind, Schülern die an deutschen Schulen unterrichtet werden, Kulturtechniken zu vermitteln. Simplifizierer seien gewarnt. Vor Illusionisten wird gewarnt. Demagogisiernde Empörung wäre schändlich und relativierende Beruhigung mit in Integrationsdebatten überstrapaziertem Einzelfallplacebo nicht weniger schädlich. Denn hinter den Zahlen, die dieser Tage in der Berliner Lokalpresse für Aufsehen sorgten, stehen Kinder mit ihren Träumen, Wünschen, Hoffnungen, vor allem aber auch mit ihrem höchstpersönlichen Recht auf Teilhabe an den Möglichkeiten, die unsere Gesellschaft jedem und jeder anzubieten hat, der/die in Deutschland zuhause ist; dauerhaft oder auf Zeit. Chancengleichheit am Start ist originäres Kinderrecht, dessen institutionalisierte Verletzung eine Schande für die politische Klasse gleich welcher Parteizugehörigkeit ist.
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